Antifaschismus- Gedenkstätten haben in Kroatien einen schweren Stand

7. Juni 2002, 17:51
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Fast 3.000 Schändungen in den vergangenen zehn Jahren - Gedenksteine entfernt und Denkmäler gesprengt

Zagreb - Fast 3.000 Gedenkstätten gegen Krieg und Faschismus sind in Kroatien zwischen 1990 und 2000 geschändet worden. Die geht aus einer am Freitag vorgestellten Dokumentation der "Antifaschistischen Kämpfer Kroatiens" (SAB) hervor. Am häufigsten wurde dabei nach Angaben von Herausgeber Juraj Hrzenjak der Davidstern durch ein Kreuz übermalt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Kroatien, damals eine Teilrepublik Jugoslawiens, rund 6.000 Mahnmäler gegen Krieg und Faschismus errichtet. Nach den ersten demokratischen Wahlen und der Machtübernahme der nationalistischen Kroatischen Demokratischen Union (HDZ) 1990 wurden zahlreiche Gedenkstätten zerstört. Meist in der Nacht wurden Gedenksteine entfernt und Denkmäler gesprengt. In den meisten Fällen blieben die Taten unbestraft.

Auch nach dem Machtwechsel 2000 von der HDZ zur heute regierenden sozial-liberalen Koalition änderte sich die Situation nicht wesentlich. Im Februar 2001 sprengten unbekannte Täter im Zentrum Zagrebs ein Gedenkmal gegen den Faschismus und blieben bis heute unerkannt. Im Juli 2001 wurde eine Bombe unter dem Denkmal des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito in seinem Geburtsort Kumrovec entdeckt. (APA)

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