"Haceks werden von der Sozialversicherung negiert"

7. Juni 2002, 15:45
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Kärntner Slowenen fordern korrekte Schreibweise der Namen für "e-card"

Klagenfurt - Nicht nur bei Reisepässen, sondern auch bei der "e-card" als künftigte Chipkarte der Sozialversicherung scheint es Probleme mit den so genannten Zischlauten der slawischen Sprachen zu geben. "Derzeit werden die Haceks von der Sozialversicherung negiert", stellte der Obmann der Slowenischen Einheitsliste (Enotna Lista, EL), Andrej Wakounig, am Freitag fest. Die Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK) will sich beim Hauptverband für eine korrekte Schreibweise einsetzen.

Die Sozialversicherung ließ der Südkärntner Bevölkerung Formulare zukommen, auf denen Name und Anschrift bereits vorgedruckt waren. "Auf den Vordrucken wurden allerdings die so genannten Haceks konsequent ignoriert", dazu Wakounig. Es müsse an und für sich selbstverständlich sein, dass die zuständigen Behörden Zischlaute automatisch berücksichtigen und man nicht jedes Mal lange Verfahren auf sich nehmen muss, um eine korrekte Schreibweise des eigenen Namens durchzusetzen. Besonders sensibel sei diese Frage natürlich für die slowenische Minderheit, welche in der Vorgangsweise der Behörden eine "Eindeutschung ihrer Namen" sieht.

"Die korrekte Schreibung des Namens ist ein wesentlicher Bestandteil des Namensrechtes, das vor allem für sprachliche Minderheiten sehr wichtig ist, dazu Wakounig. Man stelle sich nur vor, dass in Südtirol aus dem Herrn Böhm auf einmal der Herr Bohm und aus der Frau Müller die Frau Muller wird, nur weil es für die italienischen Behörden angeblich unmöglich ist, ö und ü zu schreiben."

Mittlerweile haben viele Südkärntnerinnen und Südkärntner die fehlerhaften Formulare retourniert. EL-Obmann Wakounig fordert die Sozialversicherung daher auf, eine korrekte Schreibweise der Namen sicherzustellen und erinnert daran, dass seit kurzem auch bei den Passämtern "Haceks" verwendet werden. Damit wurde eine Zusage des Innenministers eingelöst, welche er der EL im Jänner d.J. gegeben hatte.

Die GKK will sich beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger für die richtige Schreibweise slowenischer Namen einsetzen. "Einwendungen, Beschwerden, aber auch berechtigte Wünsche werden mit dem Hauptverband vor Ausgabe der 'e-card' auf ihre Umsetzbarkeit geprüft", verspricht Direktor Alfred Wurzer.(APA)

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