Philippinen: Zwei Abu-Sayyaf-Geiseln getötet

7. Juni 2002, 18:40
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Präsidentin Arroyo äußert ihr Bedauern: Kampf wird weitergehen

Manila - Bei einem Gefecht zwischen Abu-Sayyaf-Rebellen und Soldaten der philippinischen Armee sind nach offiziellen Angaben am Freitag zwei Geiseln der Rebellen getötet worden. Die Opfer seien der Missionar Martin Burnham aus den USA und eine philippinische Krankenschwester, teilte Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo mit. Ob es bei einem Befreiungsversuch zu der Schießerei gekommen war, blieb zunächst unklar.

Burnhams Gracia wurde nach Militärangaben befreit, erlitt aber eine Schussverletzung am Bein. Sie werde in einem Krankenhaus behandelt. Präsidentin Arroyo äußerte ihr Bedauern über den Tod der Geiseln und sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Sie sagte: "Den Terroristen darf man das nicht durchgehen lassen." Der Kampf werde weitergehen, bis sie geschlagen seien.

Die Burnhams gehörten zu drei Amerikanern, die im Mai des vergangenen Jahres von Abbu-Sayyaf-Rebellen aus einem Feriendorf auf der Insel Palawan verschleppt worden waren. Einer von ihnen wurde im Juni von den Entführern enthauptet. Die Burnhams wurden dann in ein Lager der Abu Sayyaf auf der Insel Basilan gebracht. Verbindung zur El Kaida?

Die Gruppe Abu Sayyaf ("Vater des Schwerts") kämpft nach eigener Darstellung für einen Moslem-Staat auf den südlichen Philippinen. Sie wurde weltweit durch ihre spektakulären Entführungen bekannt. Vier Monate lang hielten sie vor zwei Jahren unter anderem die auf dem Atoll Sipadan entführte Göttinger Familie Wallert auf der Insel Jolo fest. Auf libysche Vermittlung wurden die Wallerts im Spätsommer 2000 freigelassen.

Auf den Philippinen gelten die Rebellen eher als Kriminelle, die mit den Entführungen Lösegelder erpressen wollen. Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste gibt es zudem enge Verbindungen zwischen den Abu Sayyaf und der Organisation El Kaida des Moslemextremisten Osama bin Laden, der in den USA als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September angesehenen wird. Aus Sicht der Geheimdienste handelt es sich bei den Abu-Sayyaf-Rebellen um Terroristen.

In ihrem Krieg gegen den internationalen Terrorismus haben die USA auch mehr als 1000 Elite-Soldaten auf die Philippinen entsandt, um die dortige Armee im Kampf gegen Terroristen zu trainieren. Nach Angaben des philippinischen Armeechefs Roy Cimatu waren US- Soldaten an dem Einsatz gegen die Abu Sayyaf in Zamboanga del Norte am Freitag nicht beteiligt.(Reuters)

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