Gemeinsame Anti- Terror- Einheit für Zentralasien beschlossen

7. Juni 2002, 14:49
posten

Sicherheits- Zusammenschluss zwischen Russland, China und vier zentralasiatischen Staaten

St. Petersburg - Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Charta haben Russland, China und vier zentralasiatische Staaten am Freitag ihre Sicherheitspartnerschaft zementiert. Die "Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit", der auch Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan angehören, wird damit zu einem Bündnis mit internationalem Rechtsstatus. Die Staats- und Regierungschef der sechs Länder einigten sich auf ihrem Gipfel in St. Petersburg auch auf eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror. Eine gemeinsame Anti-Terror-Einheit soll ihren Sitz in Kirgisien haben.

"Wir tragen eine besondere Verantwortung für Sicherheit und Stabilität in Zentralasien", sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Die Gruppe entstand 1996 - damals noch ohne Usbekistan - unter dem Namen "Shanghai-Fünf" (jetzt "Shanghai-Sechs"). Ubekistan wurde vor einem Jahr aufgenommen.

Die Teilnehmerstaaten wollen auch die militärischen Aktivitäten zur Bekämpfung des "separatistischen Terrorismus" koordinieren. Das Bündnis war auf russisch-chinesische Initiative insbesondere zur Abwehr der Gefahren des islamischen Fundamentalismus und Separatismus in Zentralasien geschlossen worden. Die Mitglieder einigten sich auf einen gemeinsamen Aktionsplan gegen militante ethnische und religiöse Gruppen.

Peking geht seit Jahren gegen separatistische islamische Bewegungen im Westen des Landes vor. Die Region Xinjiang, die Chinas Atomanlagen und Raketenabschussbasen beherbergt, ist mehrheitlich von Uiguren und anderen nicht-chinesischen moslemischen Völkern bewohnt und wurde von schweren Unruhen erschüttert. Neben dem Turkvolk der Uiguren leben auch Kirgisen, Kasachen und Tadschiken - deren Landsleute in der früheren Sowjetunion heute über eigene Staaten verfügen - unter chinesischer Herrschaft. (APA/AP)

  • Die Präsidenten Usbekistans, Russlands, Kasachstans, Chinas, Kirgistans und Tadschikistans in einer Reihe (v.l.).
    foto: epa/itar-tass

    Die Präsidenten Usbekistans, Russlands, Kasachstans, Chinas, Kirgistans und Tadschikistans in einer Reihe (v.l.).

Share if you care.