Vorwurf des "Sektenschwindels" zurückgewiesen

7. Juni 2002, 14:40
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Frauensprecherin der Priesterinnen-Weihe reagiert auf Vorwürfe der Erzdiözese München

München - Eine Sprecherin der deutschen und österreichischen "Priesterinnen"-Anwärterinnen ist am Freitag den Darstellungen der Erzdiözese München und Freising entgegengetreten, die den Frauen "Sektenschwindel" vorwirft. "Mehrere römisch-katholische Bischöfe sind bereit, uns zu weihen", sagte Gisela Forster in München. Daran bestehe "kein Zweifel". Die "Weihe" der zehn Frauen werde wie geplant am 29. Juni, dem traditionellen Tag der Priesterweihe, stattfinden. Nach wie vor will Forster allerdings weder den Ort der "Weihe" noch den Namen der Bischöfe bekannt geben.

Erzdiözese verweigert das Gespräch

Forster bot dem Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats, Winfried Röhmel, ein gemeinsames Gespräch an. "Wir sollten uns an einen Tisch setzen", sagte sie. Der Ordinariats-Sprecher erteilte dem Angebot eine Absage: "Es gibt für ein Gespräch keine Veranlassung." Zudem habe Forster überhaupt keinen Kontakt mit dem Ordinariat gesucht. Röhmel forderte die Frauen erneut auf, die Namen der für die "Weihe" vorgesehenen Bischöfe öffentlich zu nennen: "Sie führen die Öffentlichkeit an der Nase herum." Gleichzeitig sieht es der Sprecher als erwiesen an, dass es sich bei dem "Bischof" um "eine Person namens Monsignore Romulo Braschi" handle. Dieser sei kein Amtsträger der römisch-katholischen Kirche. "Das ganze ist damit eine sektiererische Veranstaltung."

Bei dem "Bischof", der kürzlich der österreichischen Zeitschrift "Kirche intern" ein Interview gegeben und erklärt hatte: "Man kann doch die weibliche Hälfte der Kirche nicht einfach amputieren", handle es sich eindeutig um Braschi, sagte Röhmel. Forster wollte sich nicht dazu äußern, ob Braschi einer der zu der Weihe bereiten Bischöfe ist. Er sei allerdings sehr wohl ein "römisch-katholischer Bischof", sagte Forster. (APA/dpa)

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