Anti-Terror Kampf dämpft Wirtschaft

7. Juni 2002, 14:28
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Höhere Ausgaben für Militär, Sicherheit und Versicherungen hindern Investitionen - Verschärfte Grenzkontrollen stören Handel

London - Die Anti-Terrormaßnahmen der Industriestaaten könnten nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Wirtschaftswachstum bremsen.

Zwar sei das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Schock des 11. September rasch wieder zurückgekehrt. Doch mittelfristig könnten die höheren Militärausgaben und die Sicherheitsaufwendungen privater Unternehmen die Produktivität und das Wachstum treffen. Die Organisation führt für den Unternehmensbereich etwa steigende Kosten für Versicherungen an.

Ausgaben für höhere Löhne oder Forschung und Entwicklung vermindert

Die höheren Kosten für Verteidigung und Sicherheit könnten dazu führen, dass Ausgaben zur Erhöhung der Produktionskapazität, für höhere Löhne oder Forschung und Entwicklung vermindert würden. Allerdings darf nach Ansicht der OECD dieser Faktor nicht überschätzt werden.

Das Modell der OECD geht von einem schuldenfinanzierten Anstieg bei den Militärausgaben um ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sowie einer Zunahme der privaten Sicherheitsausgaben um 0,5 Prozent des BIP aus.

Verschärfte Grenzkontrollen schädlich

In den ersten drei Jahren würde dies einen Anstieg der Wirtschaftsleistung bewirken. Doch im Anschluss werde ein Zinsniveauanstieg am langen Ende um geschätzt 30 Basispunkte bremsend wirken. Zudem sinke die Arbeitsproduktivität. Der Modellsimulation zufolge ergibt sich nach Ablauf von fünf Jahren eine um 0,7 Prozent geringere Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Szenario ohne eine Ausgabenerhöhung auf Grund der Sicherheitslage.

Schaden könnten daneben verschärfte Grenzkontrollen anrichten, da der internationale Handel hierdurch empfindlichen Störungen ausgesetzt sei. Im Fall der Errichtung umfassender Grenzkontrollen sei mit lang anhaltenden schädlichen Folgen für das Wachstum zu rechnen.(APA/ag.)

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OECD
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    foto: usarmy
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