Schicksal noch nicht klar

7. Juni 2002, 14:18
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Retter letzter Minute könnte Österreichisch-schweizerische Donau Design werden

Wien - Die Verhandlungen zwischen dem Libro-Vorstand und den Gläubigerbanken über eine Rettung der schwer angeschlagenen Buchhandelskette werden in der kommenden Woche fortgesetzt. Am Freitag sei mit keinem Ergebnis zu rechnen, wurde von Unternehmerseite mitgeteilt. Die Banken dürften sogar bereit sein, mit dem neu aufgetauchten Investor bis Ende nächster Woche zu verhandeln. Möglicherweise gelingt es doch noch, den drohenden Konkurs in letzter Minute abzuwenden.

Wie berichtet ist kurzfristig ein neuer Interessent bei Libro-Verkäufer Gottwald Kranebitter aufgetaucht, über den bis jetzt absolutes Stillschweigen herrscht. Dabei dürfte es sich aber um den österreichisch-schweizerischen Büro- und Schulbedarfshersteller Donau Design GmbH handeln. Das Unternehmen geht aus der ehemaligen Stefan Stern Gesellschaft m.b.H. hervor, die im Herbst des Vorjahres zu 74 Prozent von dem Schweizer Büroartikelhersteller Biella-Neher AG übernommen wurde. Donau Design hat neun Vertriebsstandorte und produziert in Wien, Wiener Neustadt und in Ungarn. Geschäftsführer sind Stefan Stern und Franz Georg Stern.

Bangen geht weiter

Wie berichtet müsste ein Investor zwischen 40 und 50 Mill. Euro bei Libro einbringen, um die dritte Ausgleichsquote, die Urlaubsgelder und die Lieferanten zu bezahlen. Die Gläubigerbanken wollen das Risiko jedenfalls nicht allein übernehmen. Für die fast 2.400 Mitarbeiter, die bereits über das Frühwarnsystem vorsorglich zur Kündigung angemeldet wurden, geht das Bangen jedenfalls noch in der nächsten Woche weiter. Die Verbindlichkeiten im Falle eines Konkurses würden sich nach jüngsten Schätzungen auf rund 450 Mill. Euro belaufen. (APA)

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