Deutsche Arbeitslosenzahlen höher

7. Juni 2002, 13:26
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Saisonbereinigter Anstieg um 60.000

Nürnberg - Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist im Mai trotz eines Rückgangs der unbereinigten Arbeitslosenzahl auf unter vier Millionen deutlich geringer ausgefallen als erwartet. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen drastisch um 60.000, wie die Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Freitag in Nürnberg mitteilte.

Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg um nur 8.800 erwartet. Die unbereinigte Arbeitslosenzahl fiel erstmals in diesem Jahr unter die Vier-Millionen-Marke auf 3,946 Millionen Arbeitslose. Das waren zwar knapp 78.000 weniger als im April, aber rund 225.600 mehr als im Mai vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum April auf 9,5 von 9,7 Prozent.

Arbeitslosenzahl schlechter als erwartetB

Die Arbeitslosenzahl ist damit schlechter als von Mitgliedern der deutschen Regierung erwartet. Bundeskanzler Gerhard Schröder wie auch Arbeitsminister Walter Riester (SPD) hatten sich überzeugt geäußert, dass die unbereinigte Zahl deutlich unter vier Millionen sinken werde. Riester hatte Mitte Mai gesagt, er erwartete "weit über 100.000" weniger Arbeitslose. Arbeitsmarktexperten hatten mit einem Rückgang um bis zu 150.000 gerechnet. Ein Rückgang der unbereinigten Zahl ist im Mai typisch, da mit der besseren Witterung die Beschäftigung in Branchen wie Gastronomie und Bauwirtschaft zunimmt.

In Westdeutschland stieg die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen den BA-Angaben zufolge um 41.000 und in Ostdeutschland um 19.000. Auf unbereinigter Basis sei die Arbeitslosenzahl indes auf 2,561 (April: 2,603) Millionen im Westen und auf 1,385 (1,421) Millionen im Osten gesunken. Für den Westen ergebe sich damit eine Quote von 7,6 (7,8) Prozent und im Osten von 17,7 (18,1) Prozent.(APA/Reuters)

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