Fußball: Premiere will Bundesliga-Spiele für 140 Millionen Euro

7. Juni 2002, 13:03
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KirchMedia will ausschließlich Rechte für Free TV erwerben

Der Pay TV-Sender Premiere will auch in der kommenden Saison alle Spiele der deutschen Fußball-Bundesliga übertragen. Der defizitäre Abo-Kanal hat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein Angebot für einen neuen Vertrag unterbreitet. Der Kontrakt soll ein Gesamtvolumen von 140 Millionen Euro für eine Spielzeit umfassen, das Geld aus einem Teil der Abo-Erlöse stammen. Der Betrag soll in zehn Monatsraten gezahlt werden.

Premiere-Chef Georg Kofler sagte der "SZ" auf Anfrage, er sei zuversichtlich, der DFL eine "akzeptable Sicherheit" für die Lizenzsumme bieten zu können. Der Dachverband der 36 Profi-Klubs besteht nach den schlechten Erfahrungen mit der insolventen KirchMedia auf eine Bankbürgschaft als Garantie bei Abschluss eines neuen TV-Vertrags. Der bisherige Vertragspartner KirchMedia vermochte der DFL rund 80 Millionen Euro für die zurückliegende Saison nicht zahlen.

KirchMedia will ausschließlich Rechte für Free TV erwerben

Dennoch beteiligt sich das Münchner Medienunternehmen, bei dem in der nächsten Woche das Insolvenzverfahren eröffnet werden soll, am Poker um die Bundesliga-Rechte. KirchMedia möchte ausschließlich die Rechte für das frei empfangbare Fernsehen (Free TV) erwerben und diese dann an TV-Sender wie SAT.1, ARD und ZDF verkaufen. Dafür wurde der DFL ein Zwei-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von rund 600 Millionen Euro angeboten.

Kloiber bietet 300 Mio. Euro pro Saison

Ein anderer Interessent ist der Münchner Filmhändler und ATV-Gesellschafter Herbert Kloiber. Er möchte die Rechte gemeinsam mit der Telekom erwerben (etat.at berichtete). Im Gespräch ist ein Angebot von mehr als 300 Millionen Euro pro Saison (siehe dazu: ATV-Gesellschafter Kloiber erhöht Angebot für deutsche Bundesliga). ARD/ZDF haben nach eigenen Angaben kein Angebot vorgelegt. Die DFL will bis Mitte Juni die TV-Frage klären, damit ihre Vereine Planungssicherheit für die nächste Spielzeit haben. (APA/dpa)

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