Ericsson-Chef sieht anhaltende Telekom-Marktschwäche

7. Juni 2002, 12:41
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Aktien verlieren fünf Prozent

Stockholm - An der Schwäche des Telekommunikationsmarktes hat sich nach Worten von Ericsson-Chef Kurt Hellström in den vergangenen zwei Monaten nichts geändert. "Die Nachfrage in der Branche hat sich seit unserem letzten Treffen Ende März nicht verändert. Die Telekommunikationsanbieter kämpfen weiter mit den Marktbedingungen und halten sich mit Investitionen zurück", sagte der Chef des defizitären schwedischen Telekom-Ausrüsters am Donnerstag auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung in Stockholm.

Ericsson-Aktien fielen nach den Äußerungen Hellströms zeitweise um mehr als fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp sieben Jahren bei 19,80 schwedischen Kronen, stiegen dann aber wieder knapp über 20 Kronen. "Es gab keinerlei positive Nachrichten von Ericsson, was an den Märkten für Enttäuschung gesorgt hat", sagte ein Händler.

Schuldenabbau geplant

Die Ericsson Aktionäre stimmten auf der Versammlung für die Ausgabe von Bezugsrechten im Volumen von 3,1 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. Euro). Mit den Einnahmen daraus will der schwedische Konzern, der im vergangenen Jahr im Zuge der Branchenflaute erstmals in die roten Zahlen gerutscht war, seine Schulden abbauen. Geplant sei, die Ausgabe bis Ende September abzuschließen, hieß es. Andere Telekom-Konzerne wie Motorola, Nortel Networks und Lucent Technologies, die gleichfalls unter der Branchenflaute leiden, hatten bereits im vergangenen Jahr ihre Aktionäre um neue Mittel gebeten.

Zudem kündigte Ericsson an, seine führende Marktstellung bei der neuen Mobilfunkgeneration ausbauen zu wollen. Ericsson als Weltmarkführer bei der Herstellung von Mobilfunk-Netzwerken, werde seinen Marktanteil bei der dritten Mobilfunkgeneration von derzeit 40 Prozent höchstwahrscheinlich weiter steigern, sagte Hellström.

Ericsson rechnet nicht vor 2003 mit einer Rückkehr in die Gewinnzone, nachdem der Konzern 2001 erstmals in der Geschichte des Unternehmens in die roten Zahlen gerutscht war. Um die Kosten einzudämmen, will der Konzern innerhalb von drei Jahren rund 40 Prozent seiner Belegschaft oder 42.000 Stellen abbauen.(APA/Reuters)

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