Neues Hoffen in der Multiple Sklerose -Therapie

7. Juni 2002, 12:39
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Mangel an Wachstumsfaktor begünstigt Nervenzerstörung im Hirn

Würzburg - Der Mangel an einem bestimmten Wachstumsfaktor begünstigt die für Multiple Sklerose typische Zerstörung von Nerven im Gehirn. Das ergaben Untersuchungen der Universität Würzburg zu dem so genannten neurotrophen Zytokin CNTF. Von ihren Forschungen erhoffen sich die Mediziner neue Aspekte für die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS).

Körpereigene Abwehrkräfte greifen die Umhüllung an MS gilt als Autoimmunerkrankung: Körpereigene Abwehrkräfte greifen die Umhüllung der Nervenfortsätze im Gehirn und Rückenmark an und lösen Entzündungen aus. Meist in Schüben kommt es zu Bewegungsstörungen, Lähmungen, Sehschwächen und Depressionen. Eine Heilung der chronischen Krankheit, an der in Deutschland rund 120.000 Menschen leiden, gibt es bis jetzt noch nicht, wohl aber Medikamente, die den Verlauf verzögern und die Beschwerden mildern. Unklar war bisher, welche Faktoren die Nervenzerstörung beeinflussen. Die Forscher der Würzburger Neurologischen Klinik und des Instituts für Klinische Neurobiologie konnten nun mit ihrer in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlichten Studie zeigen, dass eine Entzündung bei einem CNTF-Mangel die Hülle (Myelinscheide) der Nervenfortsätze schwer beschädigt und schließlich zu deren Untergang führt. Darüber hinaus schwächt der Mangel an dem Wachstumsfaktor die natürlichen Reparaturvorgänge im Gehirn deutlich ab.

In "Nature Medicine" ist zugleich die Arbeit einer australischen Forschergruppe publiziert: Diese konnte nach Angaben der Universität Würzburg über eine Therapie mit einem ähnlichen neurotrophen Faktor den Krankheitsverlauf einer chronischen Nervenentzündung im Hirn mildern. Das untermauere die Würzburger Erkenntnisse, betonten die Experten. (APA/AP)

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