Gestillte Kinder neigen weniger zur Fettleibigkeit

8. Juni 2002, 19:22
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Bereits die richtige Säuglingsnahrung soll helfen, die Gefahr für späteres Übergewicht zu verringern

London/Genf - Wer als Baby gestillt wurde, hat nach einer schottischen Studie deutlich bessere Chancen als ein "Flaschen-Kind", nicht dick zu werden. Mit Muttermilch ernährte Säuglinge hätten verglichen mit den Fläschchen-Babys ein um 30 Prozent geringeres Risiko als größere Kinder, Fettleibigkeit zu entwickeln, heißt es einer in der britischen Zeitschrift "The Lancet" erscheinenden Untersuchung von Experten der Universitäten Glasgow und Edinburgh.

Bereits einSechstel der Bevölkerung ist Übergewichtig

Der Welt-Herz-Verband machte am Donnerstag darauf aufmerksam, dass ein Sechstel der Weltbevölkerung übergewichtig oder fettleibig sei. Daraus resultierende Herz-Krankheiten, Diabetes, Bluthochdruck und zu viel Cholesterol seien die Ursache für jeden dritten Todesfall auf der Welt.

Für die Studie wurden 32.000 kleine Schotten im Alter zwischen 39 und 42 Monaten, also gut drei Jahren, untersucht. Jene, die als Kleinstkinder die Brust bekommen hatten, litten demnach seltener unter Übergewicht. Dies gelte unabhängig von der sozio-ökonomischen Lage der Eltern, Geburtsgewicht und Geschlecht der Kinder. Stillen könnte also Teil einer wirksamen Strategie gegen Übergewicht bei Kindern sein. Fettleibigkeit im Kindesalter hat nach Einschätzung der Forscher in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen: So sei in Frankreich jedes siebte Kind zu dick, in Italien gar jedes fünfte.

Allein 22 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien zu schwer, mahnte der Welt-Herz-Verband in Genf. Wegen mangelnder Bewegung und einseitiger Ernährung gebe es Übergewicht zunehmend auch in ärmeren Ländern. Zur Ernährung empfahl der Verband: Obst und Gemüse essen, wechselnde Getreidesorten zu sich nehmen, fettarme Speisen bevorzugen, Margarine statt Butter, beim Öl solchem aus Oliven, Sonnenblumen, Mais oder Traubenkernen den Vorzug vor tropischen Ölen oder tierischen Fetten geben - und Fisch sowie Trockengemüse beim Zusammenstellen der Mahlzeiten nicht vergessen. Auf Frittiertes, in Fett Gedünstetes, Gegrilltes und Gebackenes sollte dagegen weit gehend verzichtet werden. Frauen dürfen sich demnach ein Glas Wein täglich genehmigen, Männer zwei. (APA)

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