Lambsdorff ruft Möllemann erneut zur Ordnung

7. Juni 2002, 11:35
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Ehrenvorsitzender: Nachtreten auch im Fußball verboten

Berlin - Nach den neuerlichen Angriffen von Jürgen W. Möllemann hat der Ehrenvorsitzende der FDP, Otto Graf Lambsdorff, den Parteivize zur Ordnung gerufen. Möllemanns Kritik an den prominenten Liberalen Hildegard Hamm-Brücher und Gerhart Baum sei "ganz unfreundlich", sagte er am Freitag im WDR. Möllemann hatte Hamm-Brücher und Baum in Interviews am Donnerstag als "Querulanten" bezeichnet und aufgefordert, "ihre Rente" zu genießen. Leute wie sie meldeten sich immer nur zu Wort, wenn es etwas zu kritisieren gebe, warf er ihnen vor.

Lambsdorff warnte auch im Zusammenhang mit Möllemanns neuem Angriff auf den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, vor einer neuen Runde der Auseinandersetzungen. Es sei in Ordnung, Friedman zu kritisieren, etwa für seinen Diskussionsstil. Aber "nachdem, was passiert ist", könne er Jürgen Möllemann als Fußball-Fan nur sagen, Nachtreten "ist auch bei der Fußball-WM nicht gefragt, ist unanständig und verboten".

Trotz der Kritik betonte Lambsdorff, dass Möllemann in der Partei gebraucht werde. Er müsse sich jedoch "einigermaßen solidarisch und ausgerichtet auf das Interesse der Partei benehmen". Von weiteren Entschuldigungsaufforderungen, "weil er nun bei den einen oder anderen da anfährt oder mit ihm aneckt, halte ich nicht sehr viel", sagte er. Die Partei solle sich nun auf den Wahlkampf konzentrieren. Es gebe ein "tadelloses Wahlprogramm" der Partei, "das ist ja schon fast völlig in Vergessenheit geraten". FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper hatte am Donnerstagabend eine Entschuldigung für Möllemanns Äußerungen in Richtung der altgedienten FDP-Mitglieder gefordert. (APA)

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