Tiroler wollen in Champions League

7. Juni 2002, 12:16
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Bruckmüller: "Ich erhebe Anspruch, dass wir als Meister in der Champions League spielen" - ÖFB-Sprecher Kircher kann sich das nicht vorstellen

Wien - "Ich erhebe den Anspruch, dass wir als Meister in der Champions League spielen, wenn ich die Mannschaft habe". Diese Forderung erhob Tirol-Präsident Othmar Bruckmüller am späten Donnerstag Abend beim "Runden Tisch" des ORF. Bei der Bundesliga kann man sich allerdings aus sportlichen Überlegungen nicht vorstellen, dass der zehnfache ÖFB-Meister als Westliga-Klub für einen solchen Einsatz nominiert wird.

Tiroler gehen durch alle Distanzen

Vorerst muss allerdings der von Bruckmüller angekündigte Einspruch gegen den Lizenzentzug (er soll innerhalb der erforderlichen Frist von zehn Tagen erfolgen) und dessen Ausgang abgewartet werden. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, wenn alle Instanzen - zuerst Protestkomitee, dann Schiedsgericht - damit befasst werden. Und dann haben die Tiroler auch bereits angekündigt, eventuell auch vor ein ordentliches Gericht gehen zu wollen.

Lugano bleibt im UEFA-Cup

In der Schweiz, wo mit Lugano, Lausanne und Sion drei Klubs aus finanziellen Gründen zwangsrelegiert wurden, dürfte UEFA-Cup-Starter Lugano nach dem aktuellen Stand der Dinge seinen Platz in diesem internationalen Bewerb behalten. Die Innsbrucker werden es aber schwer haben, mit ihrer Forderung bezüglich Teilnahme an der Champions League-Quali durchzukommen.

ÖFB macht Vorschläge für die UEFA

Sollte in der kommenden Woche ein Insolvenz-Verfahren in die Wege geleitet werden, erübrigen sich wohl solche Tirol-Hoffnungen von selbst. Und auch wenn es nicht dazu kommen sollte, hat der FC Tirol als Regionalliga-Klub wohl keine Chance, dass er von der Bundesliga via ÖFB der UEFA vorgeschlagen wird. Bundesliga-Sprecher Christian Kircher stellte dazu klar und deutlich fest: "Österreich Vertreter in der Champions League sollen sportlich eine möglichst hohe Wertigkeit haben."

Supercup als Grazer Derby?

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge muss man auch davon ausgehen, dass der diesjährige ÖFB-Supercup am 6. Juli (geplanter Beginn 17:15 Uhr) ohne den finanziell schwer angeschlagenen Meister über die Bühne geht. Projektleiter Heinz Palme sonderte am Freitag bereits die Lage, dass im Saisonprolog Vizemeister Sturm Graz den Platz der Innsbrucker einnimmt und gegen Cupsieger GAK antritt. In diesem Fall würde das Match im Grazer Schwarzenegger-Stadion stattfinden. (APA)

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