Mitteleuropäische SozialministerInnen nach Wien geladen

7. Juni 2002, 11:11
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Gewalt gegen Frauen und soziale Ausgrenzung sind Themen der ersten "Dialog-Konferenz"

Wien - Der Austausch von Erfahrungen im Bereich soziale Ausgrenzung und Gewalt gegen Frauen und Kinder stehen im Mittelpunkt der von Sozialminister Herbert Haupt (F) initiierten ersten Dialog-Konferenz der mitteleuropäischen Sozial-, Frauen- und Familienminister und -ministerinnen in Wien. "Mit diesen Problemen müssen sich wohlhabende EU-Mitgliedsländer wie Österreich genauso auseinander setzen wie jene Staaten, die die Nebenwirkungen einer grundlegenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umstellung verkraften müssen", betonte Haupt Donnerstagabend bei einem Empfang für die KonferenzteilnehmerInnen in Wien.

Sichtweisen der EU-Kanditatenstaaten eingebunden

Neben der kroatischen, slowenischen, polnischen, ungarischen, tschechischen und slowakischen Delegation sind auch das gegenwärtige EU-Vorsitzland Spanien und die EU-Kommission auf der Konferenz am Freitag vertreten. Bei der Aufarbeitung der Herausforderungen seien die Sichtweisen der EU-Kandidatenstaaten ebenso ein wichtiger Beitrag wie die Erfahrungen der EU und auch Österreichs, betonte Haupt.

Diese Konferenz habe nichts mit "mitteleuropäischer Eigenbrötelei" oder "nostalgischer Verklärung der Vergangenheit" zu tun, da der Kontakt von Beginn an unter europäischen Auspizien geführt wurde. Auf der Konferenz vertreten die Generaldirektorin des Sozialministeriums in Madrid, Concepcion Dancausa, den spanischen Vorsitz und Luisella Pavan-Woolfe die EU-Kommission.

Haupt betont die Gemeinsamkeit

Dass er den Austausch mit Österreichs Nachbarländern suche, brauche er "nicht länger zu erklären", so Haupt. "Wir haben weit zurück reichende und vielfach verflochtene Wurzeln, und wir werden in Zukunft sehr aufeinander angewiesen sein", in den Gremien der EU und in der direkten bilateralen Zusammenarbeit. Auch Kroatien, das noch keinen Status als EU-Beitrittskandidat habe, sei als Gast und Beobachter eingeladen worden, da es in den Bereichen Demokratie und Marktwirtschaft "weit vorangekommen" sei, so Haupt.

Bei seiner Tischrede würdigte Haupt die "enormen Leistungen", die die Beitrittskandidaten mit der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umgestaltung ihrer Länder erbracht hätten. "Sie waren radikal genug, nachhaltige demokratische und marktwirtschaftliche Strukturen zu schaffen und sie waren behutsam genug, den sozialen Zusammenhalt nicht aus den Augen zu verlieren." Nur "naive" Menschen könnten behaupten, es gehe "bloß" darum, eine möglichst wenig regulierte Marktwirtschaft einzuführen, und sich alles andere von selbst ergeben würde. Sozialpolitik sei für Bestand, Zusammenhalt und Entwicklungschancen eines Staatswesens "unerlässlich". (APA)

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