Briten finden Werbespot für X-Box "shocking"

7. Juni 2002, 11:18
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Medienaufsichtsbehörde verbannt Microsoft-Film von TV-Bildschirmen

Ein umstrittener Werbespot, mit dem Microsoft für seine X-Box wirbt, ist von der Independent Television Commission (ITC) in Großbritannien von den Fernsehbildschirmen verbannt worden. Die britische Medienaufsichtsbehörde entschloss sich zu dieser Maßnahme, nachdem zahlreiche Zuseher den Werbespot als "schockierend" und "widerwärtig" empfanden. In einem seltenen Schritt verwarnte die ITC außerdem das für die Freigabe von TV-Werbung zuständigen Broadcast Advertising Clearing Centre (BACC), berichtete der "Media Guardian" .

"Positives Statement über das Leben"

Der beanstandete Spot mit dem Titel "Champagne" zeigt ein Baby, das nach seiner Geburt schreiend durch die Luft fliegt, dabei rapide altert, um schließlich als alter Mann in ein Grab zu fallen. Am Ende steht der Slogan: "Das Leben ist kurz. Spiel mehr." Was Microsoft als "positives Statement über das Leben" sieht, hat indes einen Entrüstungssturm bei Zusehern, darunter junge und werdende Mütter, ausgelöst. Die Medienaufsichtsbehörde ITC forderte die Freigabestelle BACC auf, künftig beim Thema Tod in der Werbung achtsamer zu sein, da die Zuseher einzelne TV-Spots nicht so einfach vermeiden können wie normale Fernsehsendungen.

Spot läuft im Kino weiter

Trotz der Beschwerden im Fernsehbereich kündigte Microsoft bereits an, den umstrittenen Werbespot im Kino und Internet, also in Medien, die nicht von der ITC kontrolliert werden, weiter zu zeigen. Der Spot wurde von der Agentur Bartle Bogle Hegarty kreiert, um die hinter den Erwartungen gebliebenen Verkaufszahlen der X-Box anzukurbeln. Erst vor kurzem hat Microsoft den Preis der X-Box in Großbritannien um 100 Pfund (154 Euro) reduziert.

Der Spot als Ansichtssache im Etat (pte)

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