Anfangserfolg im Kampf gegen Legionärskrankheit

6. Juni 2002, 21:28
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Bakterium "Legionella pneumophila" ist Erreger der schweren und oft tödlich verlaufenden Lungenentzündung

Jena - Einen ersten Erfolg im Kampf gegen die gefürchtete Legionärskrankheit haben Wissenschafter aus Jena, Halle und Würzburg erzielt. Wie das Institut für Molekulare Biotechnologie in Jena mitteilte, konnte eine Arbeitsgruppe um Professor Rolf Hilgenfeld die Struktur eines Proteins der Legionella-Bakterien durch Röntgenstrukturanalyse aufklären.

Lungenentzündung

Das Bakterium "Legionella pneumophila" ist Erreger der schweren und oft tödlich verlaufenden Lungenentzündung. Infektionsgefahr bestehe vor allem für ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem überall dort, wo sich warmes Wasser mit Luft zum Schäumen vermische, also in Whirlpools, Saunen und in der Nähe von Kühltürmen. Die Legionellen gelangen nach Angaben von Hilgenfeld mit den eingeatmeten Wassertröpfchen in die Lunge, wo sie in eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, die so genannten Makrophagen, eindringen.

Das von den Jenaer Forschern untersuchte Protein "Mip" habe die Form einer Zange und sei für das Andocken der Bakterien an diese Makrophagen als auch für ihr Überleben in ihnen entscheidend, erklärte der Wissenschafter. Gelänge es nun, "Mip" durch ein Medikament zu inaktivieren, dürfte der Erreger nicht mehr infektiös sein.

Erst 1977 entdeckt worden

"Legionella pneumophila" war erst 1977 entdeckt worden, nachdem das Bakterium ein Jahr zuvor unter den Teilnehmern einer Veteranenveranstaltung der "American Legion" in Philadelphia gewütet hatte. In jüngster Zeit gab es größere Ausbrüche der Legionärskrankheit in den Niederlanden (1999), in Australien (2000) und in Spanien (2001). (APA)

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