Erreger der Legionärskrankheit im Europa-Parlament entdeckt

6. Juni 2002, 21:28
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Bakterien bei einer Routine-Kontrolle des Warmwassers festgestellt

Straßburg - Im Gebäude des Europaparlaments in Straßburg sind Erreger der so genannten Legionärskrankheit entdeckt worden. Wie ein Sprecher des Parlaments am Donnerstag mitteilte, wurden die Bakterien bei einer Routine-Kontrolle des Warmwassers festgestellt. Die Parlamentsverwaltung habe dies am Dienstag erfahren und eine Desinfizierung der Leitungen mit Chlor angeordnet.

Plenarsitzung ohne warmes Wasser

Damit könne die Juni-Plenarsitzung wie geplant ab Montag in Straßburg stattfinden. Vorsorglich bleibe jedoch das warme Wasser abgestellt. Nach Angaben des Sprechers sollen am Freitag neue Wasser-Proben entnommen werden. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird nicht vor Mitte Juni erwartet. Dennoch lehnte das Präsidium eine Forderung von fünf Grünen-Abgeordneten ab, die Sitzung nach Brüssel zu verlegen. Das Parlament habe "volles Vertrauen" in die Einschätzung der Experten, dass das Ansteckungsrisiko gebannt sei. Die Legionärskrankheit (Legionellose) ist eine besonders schwere Form von Lungenentzündung, die vor allem für ältere und immunschwache Menschen tödlich sein kann.

In Straßburg, wo vor drei Jahren ein hochmodernes neues Parlamentsgebäude fertiggestellt wurde, finden die monatlichen Plenarsitzungen statt. Die Ausschüsse und Fraktionen tagen dagegen in Brüssel. (APA)

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