Sind große Autos sicherer?

6. Juni 2002, 21:16
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Fragt Karl Ossberger per E-Mail

Sicherheit ist relativ. Man kann statistisch an das Phänomen herangehen, also die Unfälle, die Verletzten und die Todesopfer zählen. Da sind kleine (streng genommen die schwächeren) Autos sogar sicherer. Starke und damit meist auch große Autos sind tendenziell öfter in schwere Unfälle verwickelt als schwache, also kleine.

Crashtests: Kleine Autos stehen den großen beim Insassenschutz um nichts mehr nach

Allerdings hilft einem die Statistik wenig, wenn man in einem kleinen Auto sitzt und trotz geringerer Wahrscheinlichkeit in eine Unfallsituation gerät. Da zählt dann nur mehr die passive Sicherheit, also die Technik. Sämtliche Crashtests der letzten Jahre haben ergeben, dass kleine Autos den großen beim Insassenschutz um nichts mehr nachstehen. Das heißt, selbst in einem kleinen Auto ist die Wahrscheinlichkeit, nach dem Normcrash heil oder kaum verletzt auszusteigen, sehr hoch.

Das Konstruktionsdatum eines Automobils ist mittlerweile maßgeblicher für die Insassensicherheit als die schiere Größe. Allerdings ist die Wirklichkeit doch etwas anders als das genormte Testszenario, wo mit 60 km/h gegen eine stillstehende Barriere gedonnert wird. Im Verkehrsgewühl ist der Gegner meist ein anderes Auto. In dieser Beziehung kommt dann die Masse der beiden Autos zu tragen. Und da ist der Kleine, also Leichtere, immer der Verlierer. (rs, DER STANDARD, Printausgabe, 7.6.2002)

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