NATO-Russland-Rat legt erste Arbeitsschritt fest

6. Juni 2002, 19:50
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Gemeinsame Beurteilung von ABC-Waffen-Gefahren und Zusammenarbeit bei Logistik

Brüssel - Rund eine Woche nach der Gründung des NATO- Russlands-Rates haben die Verteidigungsminister der beteiligten Staaten ein erstes Arbeitsprogramm festgelegt. Unter anderem wollen die 20 Länder umgehend eine gemeinsame Beurteilung über die Verbreitung und Gefahren nuklearer, biologischer und chemischer Kampfstoffe erarbeiten. Außerdem soll sofort die Zusammenarbeit in den militärischen Bereichen der Logistik, des Lufttransports und der Betankung in der Luft begonnen werden.

Gemeinsam untersucht werden soll auch, welche neuen terroristischen Gefahren für die SFOR- und KFOR-Missionen auf dem Balkan bestehen. Zur Liste der Kooperationsfelder gehört auch die Rettung von U-Boot-Mannschaften sowie die Rettung auf See.

NATO-Generalsekretär George Robertson sagte mit Hinweis auf diese und weitere konkrete Ergebnisse der Sitzung, er sei überzeugter denn je, dass der NATO-Russland-Rat ein Erfolg werde. Der Rat solle eine führende Rolle bei der gemeinsamen Reaktion auf Bedrohungen der Sicherheit übernehmen. Robertson hob hervor, dass der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow erstmals gleichberechtigt an einem Tisch mit seinen Kollegen aus den 19 NATO-Staaten gesessen habe.

Der NATO-Russland-Rat, der unter dem Vorsitz Robertsons regelmäßig auf Ebene der Botschafter in Brüssel tagen wird, war am 28. Mai bei einem Gipfeltreffen in Pratica del Mare bei Rom ins Leben gerufen worden. Zuvor gab es den "Ständigen Gemeinsamen Rat", in dem Russland allerdings den NATO-Ländern als einem geschlossenen Block gegenüber saß, weil diese ihre Positionen zuvor intern abstimmten. Im neuen Rat sollen die Entscheidungen nach einer für alle Beteiligten offenen Debatte fallen.(APA/dpa)

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