Verunsicherung bei Österreichs ArbeitnehmerInnen

11. Juni 2002, 15:33
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Arbeitsklima-Index geht weiter zurück - Konjunkturtief als Begründung - Trendwende derzeit nicht in Sicht

Wien - Der neueste Arbeitsklimaindex der oberösterreichischen Arbeiterkammer wurde diese Woche präsentiert und zeigt interessante Erkenntnisse. Unter dem Konjunkturtief leiden viele Branchen, besonders aber die New Economy. Als Folge tritt eine Verunsicherung der Arbeitnehmer auf, die berufliche Zukunft betreffend, wobei Männer und jüngere ArbeitnehmerInnen in dieser Hinsicht bedeutend pessimistischer sind. Diese Angst um den Job verschlechtert das Arbeitsklima in den Unternehmen, insgeamt ist der Ton am Arbeitsmarkt deutlich schärfer geworden.

Seit 1997 wird der "Arbeitsklima-Index" zwei Mal jährlich, im Frühjahr und im Herbst berechnet. Ungefähr 1.800 Interviews werden dazu geführt und ausgewertet. Im Sommer und Winter gibt es Sonderauswertungen zu besonders interessanten und brisanten Themen. Grundlage für die vorliegende Berechnung sind 1.900 Interviews.

Die Trendumkehr, seit Herbst 2001 sichtbar, setzt sich fort, der Arbeitsklima-Index ist weiter gesunken. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde mit 109 Indexpunkten der bisherige Zenit erreicht, seitdem ist der Index in den vergangenen zwölf Monaten kontinuierlich auf inzwischen 106 Punkte zurückgegangen.

Schuld daran sei die schlechte Konjunktur, eine positive Trendwende ist derzeit nicht in Sicht, so die Experten der Arbeiterkammer.

Die klaren Verlierer der diesmaligen Messung seien männliche Arbeitnehmer, mit 106 statt bisher 108 Punkte. Bei den Frauen ist der Index mit 108 Punkten gleich geblieben.

Vor allem jüngere Beschäftigte zeigten sich mit ihrer Situation wesentlich unzufriedener als noch vor einem halben Jahr.

Das Befinden der Beschäftigten ist maßgeblich von der beruflichen Stellung abhängig, Facharbeiter sind deutlich unzufriedener als Angestellte und öffentlich Bedienstete. Insgesamt ist der Index bei den öffentlich Bediensteten leicht angestiegen, die Zufriedenheit der Lehrer allerdings gesunken. Ausschlaggebend dafür dürften die rigorosen Einsparungen im Bildungswesen sein.

Während sich die Stimmung bei Angestellten zwischen Herbst 2001 und Frühjahr 2002 nur um einen Indexpunkt verschlechtert hat - auf 110 Punkte, sei bei den Arbeiterinnen und Arbeitern ein Minus von zwei Punkten, von 104 auf 102, festzustellen. Der Rückgang beim Arbeitsklima-Index betreffe insbesondere Facharbeiter, Unsicherheit herrsche vor allem in der Metall- und Elektrobranche.

Im Fremdenverkehr zeigt sich ein besonders starker Rückgang des Index. Hier klagen die Beschäftigten insbesondere über den Zeitdruck und über den Führungsstil der Vorgesetzten. Interessant erscheint den Experten, dass der Index im Groß- und Einzelhandel gestiegen sei - trotz des üblichen Druckes im Weihnachtsgeschäft. (APA/red)

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