Hilton-Großprojekt vor Start

7. Juni 2002, 01:08
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Soravias modeln Luxushotel in den nächsten vierzehn Monaten zur Gänze um

Wien - In den nächsten vierzehn Monaten wird das Wiener Hotel Hilton zuerst zur Baustelle und dann zu einem neuen Luxusrefugium mutieren, in dem nicht nur frisch restaurierte Hotelzimmer, sondern auch einer der größten Konferenzsäle Wiens sowie exklusive Mietwohnungen zu finden sein werden. Das Startsignal dazu wird Anfang nächster Woche fallen.

Dann sollen die Gespräche zwischen den Eigentümern und der Hilton-Gruppe als Betreiber über letzte offene Detailfragen abgeschlossen sein. Dies bestätigte Hanno Soravia nun auf Anfrage des STANDARD.

Die alteingesessene Bauunternehmerdynastie Soravia und die Familie Dichand hatten im April des Vorjahres das 1975 eröffnete und mittlerweile recht heruntergekommene Hilton von der insolventen Schweizer Fluglinie Swissair erworben und wollen nun "rund 60 Millionen EURO in den Totalumbau stecken". Das Projekt sei komplett aus finanziert, so Soravia auf Nachfrage, der auf eine Eigenkapitalquote von 35 Prozent verweist und sich über das große Interesse internationaler Fonds freut, "die sich um das Projekt anstellen".

Offen ist freilich noch, ob das Hotel während des Umbaues teilweise geöffnet bleibt oder geschlossen wird. Wie Hilton-Chef Rico de Schepper im STANDARD-Gespräch ausführt, neigt man eher zum Zusperren, weil man dann nicht länger als 14 Monate bauen müsste und "das Haus wieder schneller am Markt wäre".

Sozialplan

Für die 320 Hilton-Beschäftigten stellt der Hotelchef "einen Sozialplan", in Aussicht. Man werde versuchen, möglichst viele der derzeit Beschäftigten auch im neuen Hilton wieder einzustellen.

Fest steht, dass der heimische Stararchitekt Hans Hollein dem Hilton neuen Glanz verleihen wird. Nach einem Wettbewerb erhielt nun Architekt Dieter Hayde den Zuschlag für den Umbau. Der renommierte englische Innenarchitekt Richard Con soll die Ausstattung besorgen.

"Nach der Sanierung wollen wir ein sehr gutes Vier-sternehaus haben", meint Soravia. Gemeint sind damit aber nicht nur aufgemöbelte Hotelzimmer, sondern auch 50 Luxuswohnungen, deren Benützer den Hotelservice in Anspruch nehmen können. Diese Wohnungen sollen jedoch nicht - wie in einer ersten Phase geplant - verkauft, sondern um 20 EURO pro Quadratmeter vermietet werden. Derzeit herrsche vor allem vonseiten internationaler Konzerne bereits großes Interesse daran, die Luxusbleiben für ihre Österreich-Manager anzumieten. Neu wird auch ein Konferenzsaal sein, der als einer der größten in Wien gilt, so de Schepper. Im Erdgeschoß will man dafür keine Shoppingmeile mehr, sondern vielmehr eine Infrastrukturpassage installieren, wo Dinge für den täglichen Gebrauch zu finden sein werden. (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Printausgabe 7.6.2002)

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