Wiener Krankheit, neu entdeckt

6. Juni 2002, 19:05
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1973 hat die ÖVP in Wien den Slogan "Diese Stadt ist krank" plakatieren lassen - ihr Kandidat Fritz Hahn hat damit immerhin 1,5 Prozentpunkte auf 29,3 Prozent zulegen können. In den Jahren danach aber hat man sich generell auf positivere Botschaften gesetzt - vor allem auf die "Bunten Vögel" des Erhard Busek, die bis zu 34,8 Prozent der Stimmen brachten.

Nach mehreren Wahlniederlagen versucht es die Wiener ÖVP nun wieder mit einer aggressiveren Linie: "SPÖ Macht Wirtschaft hin" steht auf einem Plakat, das an rund 1000 Wartehäuschen der Wiener Linien angeschlagen ist und auf den neuen schwarzen Mann, Alfred Finz, einstimmen soll. Im Bund laufe es besser als in der Hauptstadt. Nur einer mag die Linie nicht mitmachen: Walter Nettig behaupete erst diese Woche in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Michael Häupl just das Gegenteil von dem, was die Plakate seiner Partei verkünden: "Die Wiener Wirtschaft ist kerngesund, um das zu sehen, braucht man keine Studien oder Gegenstudien." (cs)

(DER STANDARD, Printausgabe, 7.6.2002)
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