Breit gestreutes Erbe

6. Juni 2002, 16:42
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Astrid Lindgren bedachte in ihrem Testament zahlreiche Verwandte und Bekannte

Stockholm - Die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren hat in ihrem Testament zahlreiche auch entfernte Verwandte und Freunde bedacht. Wie die Stockholmer Zeitung "Expressen" nach der Veröffentlichung des 1997 geschriebenen Testaments berichtete, erhalten zahlreiche Bekannte jeweils 50.000 Kronen (etwa 5.500 Euro) sowie Schmuck oder andere Erinnerungsstücke aus dem Nachlass der Autorin.

Astrid Lindgren war am 28. Jänner in ihrer Stockholmer Wohnung im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Urne mit der Asche der weltweit beliebtesten Kinderbuchautorin des 20. Jahrhunderts wurde Anfang dieser Woche in ihrer Heimatstadt Vimmerby im mittelschwedischen Bezirk Smeland beigesetzt.

Retournierte Freundlichkeit

Lindgrens Sekretärin und enge Freundin über mehr als 50 Jahre, Kerstin Klint, meinte zum Letzten Willen der Autorin von "Pippi Langstrumpf" und vielen anderen Kinderbuch-Klassikern: "Sie ist freundlich zu allen, die freundlich zu ihr gewesen sind." Das Testament wurde unterzeichnet, als Lindgrens Gesundheit sich zusehends verschlechterte und ihre Sehkraft weitgehend geschwunden war. Es wurde seitdem nicht mehr geändert.

Zahlen über die Erbschaft für die Tochter und sieben Enkel der seit den 1950er Jahren verwitweten Schriftstellerin als Haupterbin machte der zuständige Nachlassverwalter nicht. Er sagte, das persönliche Vermögen sei noch nicht vollständig ermittelt. Lindgren galt trotz einer weltweiten Auflage ihrer Bücher von über 100 Millionen Exemplaren nicht als ausgesprochen reich.

Sie behielt auch stets ihren bescheidenen Lebensstil mit einer normalen Etagenwohnung in Stockholm und einem Ferienhäuschen an der Ostsee bei. Kvint erklärte, dass Lindgren keine ihrer Einnahmen in Aktien oder ähnlichen Anlageformen, sondern ausschließlich in Lebensversicherungen zum Nutzen ihrer Nachkommen angelegt habe. (APA/dpa)

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