EU setzt nach Terroranschlag weiterhin auf Friedenskonferenz

6. Juni 2002, 16:26
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Pique: Nahost-Quartett könnte kommende Woche in Kanada zusammenkommen

Madrid - Die Europäische Union setzt auch nach dem jüngsten Terroranschlag im Norden Israels auf die baldige Einberufung einer internationalen Friedenskonferenz über den Nahen Osten. Es sei nicht auszuschließen, dass ein solches Treffen noch im Juli stattfinden könne, sagte der amtierende EU-Ratspräsident und spanische Außenminister Josep Pique am Donnerstag in Madrid.

Eine Friedenskonferenz werde einberufen, sobald man sich darauf verständigt habe, welches die Ziele eines solchen Treffens sein sollten und wer daran teilnehmen werde. "Jedes Attentat bedeutet einen Rückschritt auf dem Wege zum Frieden", sagte Pique zu dem Anschlag von Mittwoch bei der Ortschaft Megiddo, bei dem 17 Israelis und der palästinensische Selbstmordattentäter getötet worden waren.

Treffen in Kanada?

Aber auch Vergeltungsschläge der Israelis machten die Sache nicht leichter, sagte Pique. Dennoch arbeite man weiter daran, dass eine Friedenskonferenz einberufen werden könne. Es herrsche weitgehend Einigkeit darüber, dass zu den Teilnehmern auf jeden Fall das so genannte "Quartett" aus den Vereinten Nationen, den USA, der EU und Russland gehören solle.

Das Nahost-Quartett könnte sich laut Pique in Kanada treffen. Das Treffen in Vancouver könne am Rande der Vorbereitungen zum G-8-Gipfel Ende Juni in Kananaskis "auf höchster Ebene" stattfinden, erklärte er. (APA/dpa)

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