WorldCom gibt Mobilfunkgeschäft auf

6. Juni 2002, 16:20
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US-Telekomkonzern will finanzielle Position stärken

Der angeschlagene US-Telekomkonzern WorldCom will aus dem Mobilfunkgeschäft aussteigen. Damit soll die angespannte Finanzsituation verbessert werden, erklärte WorldCom-Chef John Sidgmore in einer Aussendung. Laut Unternehmensangaben gibt es bereits mehrere Kaufinteressenten für die Mobilfunkeinheit. Wenn die geeignete Ausstiegsstrategie gefunden ist, werde es auch zum Abbau eines Teils der 2.200 Beschäftigten kommen, heißt es weiter. Der Ausstieg soll sofort beginnen und mehrere Monate dauern.

Kein Kernbereich

"Das Mobilfunkgeschäft gehört nicht zu unseren Kernbereichen", begründete Sidgmore die Maßnahme. WorldCom ist nach eigenen Angaben mit zwei Mio. Kunden und einem Umsatz von rund einer Mrd. Dollar der größte Wiederverkäufer am Mobilfunkmarkt in den USA. Sinkendes Marktwachstum, intensiver Preisdruck und erforderliche Barmittel für Akquisitionen hätten die Position des Unternehmens als reiner Wiederverkäufer unprofitabel gemacht. Vor fünf Jahren war WorldCom in den Markt eingestiegen, um später als selbstständiger Anbieter tätig zu werden.

Sparen

Der Konzern setzt seit Wochen alle Hebeln in Bewegung, um Kosten zu sparen und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Diese Woche berichtete die Zeitung USA Today, dass 16.000 Mitarbeiter entlassen werden sollen . Auch wurden Aktien der Tochtergesellschaft MCI eingezogen, um keine Dividende mehr auszahlen zu müssen.

Schuldenberge

WorldCom hat einen Schuldenberg von rund 30 Mrd. Dollar angehäuft. Der zweitgrößte Anbieter von Telefon-Ferngesprächen in den USA und weltweit tätige Internet-Provider leidet vor allem unter dem Umsatzrückgang bei Ferngesprächen und Datenservices. An der Börse haben Rating-Agenturen die Aktien inzwischen auf "Junk-Rating" herabgesetzt. (pte)

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