Indien: Beobachter aus Drittländern in Kaschmir nicht nötig

6. Juni 2002, 15:53
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Neu-Delhi testete selbst gebautes Kampfflugzeug

Neu-Delhi - Das indische Außenministerium hat die Entsendung von Beobachtern aus Drittländern in das umstrittene Grenzgebiet zu Pakistan am Donnerstag als unnötig bezeichnet. Indien hatte am Mittwoch gemeinsame Patrouillen mit Pakistan an der Grenzlinie angeregt, doch war der Vorschlag von Pakistan abgelehnt worden. Pakistan hatte sich für UNO-Beobachter an der Demarkationslinie ausgesprochen, die den indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir und den von Pakistan kontrollierten Teil des Kaschmir trennt.

Die britische Zeitung "The Independent" hatte zuvor von Plänen der USA und Großbritanniens berichtet, die gemeinsame Patrouillen an der Demarkationslinie in Kaschmir vorsähen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wolle diese Pläne bei seinem Besuch in der Region nächste Woche vorstellen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Diplomaten und Kreise des Verteidigungsministeriums. In einer amerikanisch-britischen Überwachungstruppe könnten 500 Soldaten mit Hubschraubern zum Einsatz kommen, hieß es.

Indien hat unterdessen einen neuen Prototyp eines selbst entwickelten Kampfflugzeugs getestet. Das LCA TD 2 hob am Donnerstag vom Flughafen der Entwicklungszentrale in Bangalore im Süden des Landes ab. Verteidigungsminister George Fernandes sagte, es sei ein Zufall, dass der Test vor dem Hintergrund der Kriegsgefahr zwischen den Atommächten Indien und Pakistan stattfinde. Das berichteten die indischen Medien.

Indien hatte den Bau eines eigenen Kampfflugzeuges 1985 beschlossen. Die Entwicklung von bisher zwei Prototypen kostete 21 Milliarden Rupien (520 Millionen Euro). Ursprünglich sollte das LCA schon in diesem Jahr von der Luftwaffe eingeführt werden. Inzwischen heißt es jedoch, es seien noch fünf bis zehn Jahre Entwicklungszeit nötig.(APA/Reuters/dpa)

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