Bundesliga-Begründung zum Lizenzentzug für FC Tirol

6. Juni 2002, 14:16
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Der Senat 5 (Anm.: Lizenzausschuss) der Österreichischen Fußball-Bundesliga fasst nach seiner Sitzung vom 3. Juni 2002 im Sinne der einschlägigen Bestimmungen der Österreichischen Fußball-Bundesliga nachfolgenden Beschluss:

(1.) Der Senat 5 stellt fest, dass die Auflagen des Beschlusses vom 30. April 2002 nicht erfüllt worden sind (weder inhaltlich noch termingerecht). Damit wird der bedingt ausgesprochene Verzicht auf die Lizenz zur Teilnahme an den Bewerben der Bundesliga für das Spieljahr 2002/03 wirksam und gilt der Antrag auf Lizenzerteilung für das Spieljahr 2002/03 (beides gemäß Schreiben des FC Tirol Innsbruck vom 30. April 2002) als zurückgezogen.

(2.) In eventu, für den Fall der Unwirksamkeit der o.a. Verzichtserklärung vom 30. April 2002, aus welchen Gründen immer, entzieht der Senat 5 gemäß § 6 (Absatz 1) der Bestimmungen für das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga dem FC Tirol die Lizenz zur Teilnahme an den Bewerben der Bundesliga für das Spieljahr 2002/03.

Die wirtschaftliche Situation des Klubs hat sich in den letzten Wochen weiterhin verschlechtert, weshalb die Beurteilung über die Insolvenzgefahr bzw. über die Sicherung der Finanzierung des Spielbetriebes seitens des Reorganisationsprüfers (Mag. Gsaxner) per Schreiben vom 31. 5. 2002 an den Senat 5 revidiert wurde. Die auf den gutachtlichen Stellungnahmen vom 9.12.2001 und 13.4.2002 des Reorganisationsprüfers basierende Annahme eines Fortbestandes des FC Tirol Innsbruck kann daher unter diesen Umständen nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Der FC Tirol Innsbruck hat damit keine Lizenz für das Spieljahr 2002/03 und steigt in seinen Landesverband ab. Die in der Tabelle nachfolgenden Vereine der Bundesliga (max. Bundesliga/T-Mobile Bundesliga und Erste Division) rücken auf.

Gegen den Lizenzverzicht bzw. die Zurückziehung des Antrages auf Lizenzerteilung des Klubs ist nur noch der Weg zum Schiedsgericht möglich.

Gegen Punkt 2 des Beschlusses, welcher aus Rechtssicherheitsgründen gefasst wurde, kann der Klub Protest an das Protestkomitee erheben und in weiterer Folge das Schiedsgericht anrufen. (APA)

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