RAF im Berliner "Zeugenstand"

6. Juni 2002, 14:08
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Debüt des Filmregisseurs Andreas Dresen als Theaterautor

Berlin - Mit der Uraufführung "Zeugenstand" - sechs Monologen über die RAF - hat der Filmregisseur Andreas Dresen ("Halbe Treppe") in Berlin sein Debüt als Theaterautor gegeben. Die am Mittwoch mit Beifall aufgenommene Produktion in den Kammerspielen des Deutschen Theaters basiert zu weiten Strecken auf Gesprächen mit der RAF-Terroristin Inge Viett (58).

In einem kahlen Raum kommen fünf Menschen zu Wort und berichten von ihren Verstrickungen in den Terror. Opfer äußern sich: Charlotte von Rodenberg, Witwe des ermordeten West-Berliner Kammergerichtspräsidenten Rodenberg, der entführte West-Berliner CDU-Vorsitzende Peter Lorenz und sein bei dem Anschlag verletzter Fahrer Dieter Nauke.

Dazu treten auf die Hausfrau Heidemarie Busch, Mutter einer Behinderten, die bei verschiedenen Politikern vergebens um Hilfe gebeten hatte und deshalb aus Mitleid von den Terroristen per Post Geld bekommt, sowie Sonja, Mitglied der im Sommer 1971 erstmals in Erscheinung getretenen "Bewegung 2. Juni". Die Namen sind zum Teil fiktiv, die Geschichten dahinter beruhen auf Tatsachen. (APA/dpa)

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