Der Brief des Landtagsabgeordneten Karsli

6. Juni 2002, 14:03
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"Eine Entscheidung, die mir sehr schwer gefallen ist"

Düsseldorf - Der wegen seiner antisemitischen Äußerungen nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Jamal Karsli hat in einem Brief an den FDP-Landesvorsitzenden von NRW, Jürgen Möllemann, auf seine Mitgliedschaft in der Düsseldorfer Fraktion der Liberalen verzichtet. Im Folgenden sein Schreiben im Wortlaut:

"Sehr geehrter, lieber Herr Möllemann,

im Anschluss an die Fraktionssitzung heute Nachmittag (Mittwoch, Anm.) möchte ich Ihnen eine Entscheidung mitteilen, die mir sehr schwer gefallen ist.

Ich bitte Sie um Verständnis, wenn ich auf meine Mitgliedschaft in der FDP-Landtagsfraktion verzichte. Das heutige Schreiben von Herrn Westerwelle hat mir gezeigt, dass ich nur um den Preis einer für die liberale Sache überaus schädlichen Konfrontation zwischen Ihnen und Herrn Westerwelle in der Fraktion verbleiben kann. Gerade weil mir der Erfolg der liberalen Partei am Herzen liegt, will ich dies aber unter allen Umständen vermeiden.

Ich bin dankbar dafür, lieber Herr Möllemann, wie engagiert Sie an meiner Seite gestanden haben und ich biete Ihnen auch für die Zukunft an, mit Ihnen gemeinsam für liberale Werte, für Toleranz, für die Menschenrechte, gerade auch von Minderheiten zu streiten.

In freundschaftlicher Verbundenheit Ihr Jamal Karsli" (APA/AP)

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