Walfleisch mit metallischem Beigeschmack

7. Juni 2002, 13:21
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Extreme Quecksilberwerte im Fleisch der Tiere gemessen

London - Vielleicht wird sich die Diskussion um die (offizielle) Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs letztlich als Streit um des Kaises Bart erwiesen haben: Tests an in Japan vermarktetem Walfleisch haben nämlich enorm hohe Quecksilberwerte zu Tage gebracht, die vom Verzehr abraten lassen.

Es gilt bereits seit langem als bekannt, dass die Tiere Schwermetalle im Gewebe akkumulieren. Die durchschnittlichen Quecksilber-Konzentrationen in den Lebern von Walen und Delfinen von 370 Mikrogramm pro Gramm Fleisch erstaunten die Forscher aber erneut, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Werte übersteigen den von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwert von 0,4 Mikrogramm pro Gramm Fleisch um das 900-Fache.

Proben

Bei zwei der 26 gezogenen Leberproben stellten die Forscher von der University of Hokkaido gar eine Quecksilber-Konzentration von über 1.970 Mikrogramm pro Gramm Leber fest. Dies bedeutet eine Grenzwert-Überschreitung um das 5000-Fache. Bei diesen Konzentrationen bräuchte ein 60 Kilogramm wiegender Erwachsener lediglich eine Menge von 0,15 Gramm Leber essen und würde bereits den von der WHO festgelegten sicheren Aufnahmewert einer ganzen Woche überschreiten.

In der bis dato noch nicht publizierten Arbeit wies das Team um Tetsuya Endo von der University of Hokkaido nach, dass es bei Ratten nach der Aufnahme einer einzigen kleinen Portion der hoch-kontaminierten Leber zu einer akuten Nierenvergiftung kam. Die Werte in den Muskeln waren laut Endo zwar geringer, aber die Durchschnitts-Konzentration lag noch immer um das 2,5- bis 25-Fache höher als der Grenzwert. Die Proben stammten von Zahnwalen und Delfinen aus Gewässern, deren Fang von der Internationalen Walfangkommission (IWC) nicht beschränkt wurde. Die Forscher fordern die Regierung nun zumindest zu einer strengeren Regulierung des Konsums von Walorganen auf. (pte/red)

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