Noch "in der Zeit" und doch schon verdorben

6. Juni 2002, 19:45
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Von 27 Geflügel- und Schweinefleischproben waren neun nicht in Ordnung

Wien - Es muss nicht gleich Nitrofen sein, auch aller Wahrscheinlichkeit nach giftfreies Fleisch und Geflügel hat seine Tücken: Von 27 aus diversen Supermarktkühlregalen entnommenen Proben waren - laut eines im Auftrag des Mucha-Verlags durchgeführten Tests - beinahe die Hälfte ungenießbar bis verdorben.

Untersucht wurde verpackt angebotene Ware. Neun Fleischproben waren schon vor dem aufgedruckten Ablaufdatum verdorben, in vier Geflügelproben wurden Salmonellen nachgewiesen. "Ein derartiges Ergebnis hatten wir weder erwartet noch befürchtet", kommentierte Verlagschefin Barbara Mucha.

Waren vor dem Ablaufdatum verdorben

"Wenn Waren vor dem Ablaufdatum verdorben sind, wurde meist die Kühlkette unterbrochen", kommentiert der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Österreich, Hans Schöffl, diese Ergebnisse. Um - wie es das Ablaufdatum vorgibt - drei bis fünf Tage nach Zerlegung genießbar zu bleiben, dürfe das Fleischstück "im Kern niemals mehr als zwei bis drei Grad" warm werden . Eine Vorgabe, die angesichts oftmals "unzureichend gewarteter Kühlaggregate im Handel" in vielen Fällen nicht eingelöst werde.

Deshalb, so Schöffl, sollten Fleischesser "Rohprodukte mit möglichst später Haltbarkeitsfrist kaufen" und diese "nicht im Kühlschrank aufheben, sondern rasch verkochen". Sei das nicht möglich, böte das Tiefkühlfach einen Ausweg: "es konserviert den Zustand, in dem das Fleisch hineingelegt worden ist". (bri, DER STANDARD Printausgabe 7.6.2002)

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