HVB: Peinliche Pleite am Strand

6. Juni 2002, 12:26
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Ehemals zur CA gehörendes Offshore-Institut auf den Cayman-Inseln über argentinische Staatsanleihen gestolpert

Buenos Aires - Die Bank Austria-Mutter HypoVereinsbank AG (HVB) hat anscheinend Schwierigkeiten mit einer Konzerntochter auf den Cayman Islands. Den betroffenen Anlegern, die insgesamt rund 400 Mill. Dollar investierten, sei nun ein inoffizielles Vergleichsangebot unterbreitet worden, nachdem die Offshore-Tochter Insolvenz anmelden musste, schreibt das "Handelsblatt".

Vorwürfe

Über die in Buenos Aires ansässige HVB-Tochter Banco B.I. Creditanstalt und deren Offshore-Institut BII Creditanstalt International, Cayman Islands, waren die Einlagen vor allem in argentinische Staatsanleihen und Unternehmenskredite angelegt worden. Den Zeitungsangaben zufolge war das Institut auf Grund der Wirtschaftskrise in Argentinien in Schwierigkeiten geraten und hatte in der Folge Insolvenz angemeldet. Anleger werfen der Bank vor, sie habe keine ausreichende Risikostreuung vorgenommen und damit gegen die Bestimmungen der Aufsichtsbehörden der Cayman Islands verstoßen, welche den Basel-Richtlinien folgen.

Vergleichsangebot

Betroffen seien etwa 400 Anleger in Argentinien, einige Investoren in den USA sowie eine Reihe von Banken, die Kredite an die BII vergaben, heißt es weiter in der Zeitung. Die HVB habe den Anlegern nun ein inoffizielles Vergleichsangebot vorgelegt. Der vorläufige Konkursverwalter, die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC), bieten den Gläubigern darin einen 40-prozentigen Kapitalabschlag und eine Rückzahlung über fünf Jahre an. Den Zeitungsinformationen zufolge lassen die Anleger derzeit eine Klage gegen die HVB in Europa prüfen.

Die HVB selbst wies die Vorwürfe zurück. "Jeder Anleger wusste genau, welches Risiko mit seinen Hochzinsanleihen verbunden ist", betonte ein HVB-Sprecher im Gespräch mit der Zeitung. (APA)

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