"Bei 1.000 Euro Mindestlohn sind Jobs gefährdet "

6. Juni 2002, 12:06
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In Oberösterreich sind rund 17.000 Personen betroffen

Linz - Die Wirtschaft fürchtet um Tausende Jobs, wenn es zur Einführung von 1.000 Euro Mindestlohn käme. Davor warnte am Donnerstag der Präsident der oberösterreichischen Wirtschaftskammer, Viktor Sigl, bei einer Pressekonferenz. "Die gerade in Vorwahlzeiten gern erhobene Forderung nach 1.000 Euro Mindestlohn kann unter Umständen äußerst kontraproduktiv sein", so Sigl.

Da Unternehmen Mitarbeiter dauerhaft "nur nach marktwirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Grundsätzen" beschäftigen könnten, "würde eine gewaltsame Anhebung der Löhne die Kündigung dieser oft mangelhaft qualifizierten Personen wahrscheinlicher machen und den Rationalisierungsdruck in den Betrieben und die Auslagerung von Produktionen in kostengünstigere Länder weiter erhöhen", sagte Sigl, "wer dieses Prinzip der ökonomischen Realität und Rentabilität ignoriert, hilft niemandem, am wenigsten aber den Betroffenen selbst".

Vorgemerkte Arbeitslose

Der Wirtschaftskammer-Chef rechnete auch vor, dass bei Einführung von 1.000 Euro Mindestlohn allein in Oberösterreich "im schlimmsten Fall geschätzte 17.000 Personen, die derzeit unter 1.000 Euro verdienen, ihren Arbeitsplatz verlieren, was die Arbeitslosenquote um circa drei Prozent erhöhen würde".

Dazu kämen noch zahlreiche vorgemerkte Arbeitslose, die nur einen Pflichtschulabschluss oder nicht einmal diesen haben und die - so Sigl - bei einem verbrieften Mindestlohn von 1.000 Euro "so gut wie keine Chance mehr haben, am ersten Arbeitsmarkt unterzukommen". Das bedeute, dass eine 1.000-Euro-Mindestlohnregelung "solche Personen nachhaltig von einer Beschäftigung ausschließt, da kein Unternehmer willens und auch wirtschaftlich in der Lage ist, diese zu solch einem Preis einzustellen". (APA)

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