Verschwörungstheorien rund um Open-Source-Studie

6. Juni 2002, 11:45
51 Postings

Studie: Open-Source bietet Terroristen mehr Möglichkeiten – Gerüchten zu folge hat Microsoft die Hände im Spiel

Bezahlte Gefälligkeiten vermutet das Online-Magazin Wired in Bezug auf eine neue Studie zum Thema Open-Source. Ein White Paper mit dem Namen "Opening the Open Source Debate", erstellt von der Alexis de Tocqueville Institution, setzt sich mehr als kritisch mit Open-Source auseinander.

Open-Source und Terroristen

Die Studie will scheinbar beweisen, dass der Einsatz von Open-Source-Software bei Behörden große Risiken in sich berge. So würde es zum Beispiel Terroristen leichter fallen, sensitive Bereiche zu sabotieren, wenn Open-Source-Software in Verwendung sei. Warum dies der Fall sein soll, geht aus der Pressemitteilung nicht klar hervor. Redakteure des Online Dienstes The Register vermuten nicht ganz ohne Ironie folgenden Argumentationsstrang: Open-Source-Software sei deshalb gefährlich, weil es jedermann möglich sei, in den Source-Code Einblick zu haben. Dadurch sei es einfacher, gewisse Sicherheitslücken ausfindig zu machen. Der proprietäre Code von zum Beispiel Microsoft hingegen sei der Öffentlichkeit nicht bekannt. Das dabei aber auch Sicherheitslöcher der Öffentlichkeit verschwiegen werden, die von Terroristen sehr wohl entdeckt würden, kritisiert The Register unter anderem.

Wer zahlt?

Brisant erscheint der Fall, da Microsoft die Institution finanziell unterstützt, wie Wired berichtet. Nun steht die Frage im Raum, ob es sich um eine Kampagne Microsofts gegen den Einsatz von Open-Source-Software in öffentlichen Ämtern handelt. Schließlich stieg in den letzten Monaten Berichten zu Folge weltweit das Interesse von verschiedenen Staaten an dieser Art Software.

Offene Fragen

Ein Microsoft–Sprecher bestätigte, dass Microsoft die Alexis de Tocqueville Institution unterstütze, unklar bleibt allerdings, ob auch für besagte Studie Gelder flossen.

Kaum Studien vorhanden

Freilich geben Sicherheitsspezialisten zu bedenken, dass die Frage, ob "Open" oder "Closed"-Source-Software sicherer sei, derzeit nicht zu beantworten ist. Es gebe dazu schlichtweg keine qualifizierten Studien. In einem Report der Gartner Group wird hingegen vorgeschlagen, dass der Open-Source-Style auch die Sicherheit von Microsoft-Produkten steigern könnte. (red)

Share if you care.