Schweden: Adoptionsrecht für Lesben und Schwule durchgesetzt

6. Juni 2002, 12:39
9 Postings

Nach Niederlanden damit zweites Land der Welt - Hosi Wien: Österreich sollte sich Beispiel nehmen

Stockholm - Homosexuelle Paare in Schweden haben künftig dasselbe Recht zur Adoption von Kindern wie heterosexuelle. Für einen entsprechenden Gesetzentwurf der sozialdemokratischen Regierung stimmte in der Nacht zum Donnerstag eine klare Mehrheit des Stockholmer Reichstags. Schweden wird damit das erste Land der Welt, in dem gleichgeschlechtlich verheiratete Paare auch im Adoptionsrecht konventionellen Paaren ohne Einschränkung gleichgestellt werden. In den Niederlanden dürfen Homosexuelle lediglich Kinder aus dem eigenen Land, nicht aber aus anderen Staaten adoptieren. Die skandinavischen Länder hatten in den achtziger Jahren als erste überhaupt die Möglichkeit zu standesamtlichen Trauungen für lesbische/schwule Paare geschaffen.

Hosi Wien: Historisches Ereignis

"Die HOSI Wien ist über das neue Adoptionsrecht in Schweden sehr erfreut", kommentiert HOSI-Wien-Obmann Christian Högl den Beschluss der SkandinavierInnen, "Es handelt sich hier sich um ein historisches Ereignis und eine logische Konsequenz bei der Umsetzung eines modernen Menschenrechtsverständnis. Lesben und Schwule sind als Eltern genauso gut oder schlecht wie Heterosexuelle. Bei der Zulassung als Adoptivmutter oder -vater sollte immer das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen und die sexuelle Orientierung der Eltern keine Rolle spielen."

"Österreich sollte sich an den Niederlanden und Schweden ein Beispiel nehmen. Aber im Gegensatz zu diesen Staaten gibt es bei uns noch keine Partnerschaftsgesetze für gleichgeschlechtliche Paare und mit § 209 sogar noch eine menschenrechtswidrige Bestimmung im Strafrecht", so Högl abschließend. (APA/dpa)

Share if you care.