Nitrofen: Derzeit keine Hinweise auf weitere Importe

6. Juni 2002, 12:11
posten

Deutsche Landwirtschaftsministerin zum Rücktritt aufgefordert

Wien/Berlin - Abgesehen von dem bereits bekannten Fall, in dem das niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf Lieferungen möglicherweise Nitrofen-belasteten Putenfleisches an ein Unternehmen in Westösterreich hingewiesen hatte, gebe es derzeit keine weiteren Hinweise durch deutsche Behörden auf derartige Importe. Das sagte Gerald Grosz, Sprecher des für Konsumentenschutz zuständigen Ministers Herbert Haupt (F), am Donnerstag.

Ergebnisse für morgen erwartet

Der betroffene Betrieb wurde von der Ernährungsagentur bereits überprüft, Hinweise auf eine Verseuchung durch Nitrofen wurden nicht gefunden. Erste Ergebnisse der Untersuchungen jener Proben, die im Zuge österreichweiter Schwerpunkt-Kontrollen gezogen wurden, sind für morgen, Freitag, angekündigt worden.

In Deutschland beschäftige der Nitrofen-Skandal am Donnerstag den Bundestag. Landwirtschaftsministerin Renate Künast kündigte eine weitere Aufklärung an, die konservative Opposition warf ihr Unfähigkeit vor und forderte die Politikerin zum Rücktritt auf.

Nitrofen schon vor einem Jahr aufgetaucht

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das verbotene Pflanzengift vermutlich schon vor mindestens einem Jahr in die Nahrungskette gelangt war. Nach Nitrofen fahnden mittlerweile zehn deutsche Bundesländer sowie Dänemark, Belgien und die Niederlande. (APA/Reuters)

Share if you care.