Meinl International mit weniger Umsatz

6. Juni 2002, 14:11
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Lebensmitteleinzelhändler verbesserte Ergebnis - Weniger Jahresverlust

Wien - Der in Osteuropa tätige börsenotierte Lebensmitteleinzelhändler Julius Meinl International hat im vergangenen Jahr wegen der Abgabe von Umsatzanteilen einen auf 209,2 Mill. Euro leicht gesunkenen Umsatz, aber ein deutlich verbessertes Betriebsergebnis (EBIT) erwirtschaftet. Das EBIT erreichte minus 1,9 Mill. Euro nach minus 7,5 Mill. Euro im Jahr 2000, teilte das Unternehmen am Donnerstag ad-hoc mit. Eine höhere Zinsbelastung, geringere Einmalerträge und ein höherer Steueraufwand hätten das Jahresergebnis nach Steuern mit minus 5,5 Mill. Euro gegenüber 2000 aber nur leicht verbessert.

Der Cash-Flow auf EBITDA-Basis habe auf 8,7 (3,1) Mill. Euro beinahe verdreifacht werden können. Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine auf 26 (36) Cent pro Aktie gekürzte Dividende vorschlagen. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Turnaround beim Betriebsergebnis (EBIT) geschafft werden. Dies soll dann auch der "Aktionär zu spüren bekommen", hieß es aus dem Unternehmen.

"Konstante Dividendenpolitik"

Trotz eines Verlustes nach Steuern habe das Unternehmen seine "konstante Dividendenpolitik" - wenn auch mit einer kleineren Ausschüttung - im Vorjahr beibehalten, hieß es. Dies sei für das Unternehmen "wichtig", zumal der Börsenkurs "kein wirklicher Gradmesser" sei. Der bisher letzte Kurs der Meinl-Aktie vom 21. Mai mache mit 5 Euro nicht einmal die Hälfte des Buchwertes pro Aktie aus.

Die Gründe für die deutliche Verbesserung des Vorjahresergebnisses liegen zum einen in den positiven Umsatzentwicklungen und höheren Spannen in Tschechien, wo um 7 Mill. Euro 40 Filialen umgebaut und modernisiert wurden. Heuer sei ein Investitionsprogramm von 9 Mill. Euro geplant, mit dem weitere 50 tschechische Filialen renoviert werden sollen. Zudem halte man derzeit Ausschau nach einem Dutzend neuer Standorte in Tschechien. (JMI betreibt derzeit 99 Filialen in Tschechien und 10 in Polen).

Rekordergebnis in Italien

Der zweite Grund für die positive Entwicklung liege im Rekordergebnis beim Italien-Geschäft, hieß es aus dem Unternehmen. Die Kapazität der Kaffee-Rösterei in Bozen sei nun voll ausgelastet. Auch der niedrige Rohkaffeepreis habe sich auf das Ergebnis positiv ausgewirkt und zu einer Verdopplung des Betriebsergebnisses geführt. Derzeit befinde man sich in Akquisitions-Gesprächen mit einer Reihe von potenziellen lokalen Röstereien in der Toskana und im Raum Mailand, um das Italien-Engagement noch weiter auszubauen. In Italien gebe es 1.500 Röstereien von denen nur drei bis vier nationale Präsenz haben. Die Julius Meinl International ist in Zentral- und Osteuropa vor allem in den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Kaffee und Immobilien tätig. Im Lebensmitteleinzelhandel betreibt das Unternehmen in Tschechien und Polen derzeit 109 Filialen. Die Kaffeeaktivitäten konzentrieren sich vor allem auf Italien und die Slowakei. Dazu kommt ein ausgedehnter Immobilienbesitz in Zentral- und Osteuropa. Die Gruppe beschäftigt insgesamt rund 3.060 Mitarbeiter. (APA)

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