Nebenwirkung einer neuen "Pille"-Version: Reduktion der Akne

6. Juni 2002, 12:00
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Senkung des Testosteron-Spiegels soll das Hautbild verbessern

Wien - Empfängnisverhütung, niedrige Hormondosis und als Zusatzeffekt eine in wissenschaftlichen Studien nachgewiesene positive Wirkung auf leichte bis mittelschwere Akne: Seit kurzem gibt es auch in Österreich eine "Pille" mit 20 Mikrogramm Ethinylöstradiol (Östrogen) und 100 Mikrogramm Levonorgestrel (Gestagen), von der sich die Fachleute einen besonderen Vorteil vor allem für jungen Frauen mit Hautproblemen versprechen.

Das orale Kontrazeptivum von Wyeth wurde vergangene Woche bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Alpbach den Gynäkologen vorgestellt. Es soll eine möglichst niedrige Hormonbelastung bringen. Auf den "Zusatzeffekt" gegen die Akne kam man im Rahmen der klinischen Studien. Wahrscheinlich ist das auf eine durch das Kontrazeptivum hervorgerufenen Senkung des Testosteron-Spiegels bei den Benutzerinnen zurückzuführen.

Prinzipiell sollten Akne-Patienten aber zunächst einmal zum Dermatologen, erklärte Univ.-Prof. Dr. Jolanta Schmidt von der Wiener Universitäts-Hautklinik. Der Facharzt sollte eine maßgeschneiderte Behandlung beginnen.

Die Expertin wandte sich auch gegen die Volksmeinung, dass Sonnenlicht die Akne reduziere: "Wichtig ist Sonnenschutz. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Sonne gut gegen Akne ist. Mittel- und langfristig fördert der Sonneneinfluss die Akne aber." Auch stark abdeckende Makeups seien verpönt. Pflegemittel sollten ölfrei sein. Bei 75 Prozent der Akne-Patientinnen spielten die Hormone, speziell die Androgene, eine Rolle. (APA)

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