WorldCom will aus dem Mobilfunkgeschäft aussteigen

6. Juni 2002, 09:04
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Washington - Der US-Telekomkonzern WorldCom will nach eigenen Angaben aus dem Mobilfunkgeschäft aussteigen und in diesem Bereich einen Teil der Stellen streichen. "Die Verlangsamung des Marktwachstums, Preisdruck und Bargeldbedarf für notwendige Akquisitionen haben die Position von WorldCom als reine Wiederverkäufer (im Mobilfunkgeschäft) unwirtschaftlich gemacht", teilte das Unternehmen mit. WorldCom ist seit mehr als fünf Jahren im Mobilfunkgeschäft tätig als Wiederverkäufer der Dienstleistungen der führenden Anbieter.

Prozess des Ausstiegs

Der für mehrere Monate dauernde Prozess des Ausstiegs beginne sofort, teilte WorldCom mit. Mehrere Unternehmen hätten bereits Interesse für den Bereich gezeigt. Im Rahmen des Ausstiegsplans werde ein Teil der 2.200 Stellen bei WorldCom Wireless abgebaut. Die Zeitung "USA Today" hatte zuvor berichtet, WorldCom erwäge den Abbau von 16.000 Arbeitsplätzen. Damit würde etwa ein Fünftel der Stellen wegfallen, um Kosten zu senken und das angeschlagene Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen, hatte es im Bericht geheißen. Die endgültigen Kürzungspläne würden womöglich in wenigen Wochen veröffentlicht.

Ratingagenturen hatten die Bonität von WorldCom herabgestuft

In diesem und im vergangenen Jahr hatte der zweitgrößte US-Anbieter von Ferngesprächen bereits 12.700 Stellen gestrichen. Ratingagenturen hatten die Bonität von WorldCom kürzlich auf "Junk"-Status herabgestuft. Damit gelten Anleihen des Unternehmens als spekulativ bei hohem Ausfallrisiko. Der Kurs der WorldCom-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um vier Cents auf 1,45 Dollar. Die Titel hatten zuvor den regulären Handel um drei Cents tiefer auf 1,41 Dollar (1,49 Euro) geschlossen. (APA/Reuters)

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