Telecom Italia startet Österreich-Rückzug

6. Juni 2002, 08:34
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Telekom Austria finanziert Rückkauf mit den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien

Wien - Die Telekom Austria wird am heutigen Donnerstag für rund 700 Mill. Euro die Sperrminorität (25 Prozent plus 1 Aktie) der Telecom Italia an der Mobilkom zurückkaufen. Der Vertrag soll am Abend unterzeichnet werden. Davor soll in Aufsichtsratssitzungen bei der TA und beim Haupteigentümer ÖIAG (47,8 Prozent) das Okay eingeholt werden.

Finanzieren wird die Telekom Austria den Rückkauf der Mobilkom- Anteile voraussichtlich über den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien. Diese Immobilien sollen nach der Veräußerung wieder zurückgemietet werden.

Verlust der Mitspracherechte

Gleichzeitig wird vereinbart, dass die Telecom Italia auch zehn bis fünfzehn Prozent an der Telekom Austria selbst verkaufen soll. Der Plan ist, dass diese Anteile in Form eines zweiten Börsegangs noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden. Gleichzeitig verlieren die Italiener mit der Reduktion ihrer Anteile von derzeit 29,8 Prozent auf unter 20 Prozent auch weitgehende Mitspracherechte in der TA.

Verkauf an die ÖBB

Neben der Telekom Austria steht in der Staatsholding ÖIAG am Donnerstag auch der Postbus am Programm. In einer außerordentlichen Hauptversammlung soll der Eigentümer am Abend die Übertragung des Postbusses an die ÖBB genehmigen. Tatsächlich soll der Verkauf an die ÖBB allerdings - wenn überhaupt - erst frühestens im Herbst erfolgen. Die Postbus-Belegschaft hat mit einem Streik vergangene Woche bereits ihren Protest gegen die Übertragung und die geplante anschließende Teilprivatisierung ausgedrückt. Am Donnerstag will der Betriebsrat mit Postbussen die ÖIAG-Zentrale belagern. (APA)

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