Shuttle Endeavour zur ISS unterwegs

7. Juni 2002, 17:04
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Mit sechstägiger Verspätung gestartet - dafür jedoch ohne weitere Probleme

Cape Canaveral - Am Schluss war es dann doch noch ein gelungener Start: Mit sechstägiger Verspätung und nach viermaligem Aufschub wegen technischer Probleme und schlechten Wetters brach die US-Raumfähre Endeavour am Mittwoch vom kalifornischen Cape Canaveral aus zur Internationalen Raumstation (ISS) auf. An Bord befinden sich sieben Astronauten, darunter die Ablösung für die derzeitige Langzeit-Crew der ISS.

Die Mission

Während der knapp zweiwöchigen Endeavour-Mission sind drei Weltraumspaziergänge geplant, die dem weiteren Aufbau der ISS dienen. Am Freitag sollte das Shuttle an der Raumstation andocken.

Für rund vier Monate lösen die beiden russischen Astronauten Waleri Korsun und Sergej Treschtschow sowie die Amerikanerin Peggy Whitson die seit Dezember im All wohnende alte Besatzung ab. Mit ihrem sechsmonatigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit stellt sie den ISS-Rekord auf.

Mit an Bord der Endeavour ist zudem der Franzose Philippe Perrin, der als erster Astronaut aus der Europäischen Union außerhalb der Raumstation einen Weltraumspaziergang unternehmen soll. Gemeinsam mit dem US-Raumfahrtveteran Franklin Chang-Diaz wird er dabei vor allem ein defektes "Handgelenk" des Roboterarms Canadarm2 auswechseln.

Weltraum-Arthritis

Das Gelenk leidet - offenbar wegen des Ausfalls eines Mikroprozessors - an "Arthritis" und lässt sich seit etwa einem Jahr nicht mehr bewegen. Die Operation an dem Arm wird nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA etwa sieben Stunden dauern. Die Astronauten werden den Ausbau des mobilen Systems fortsetzen, das es dem 17 Meter langen Computerarm ermöglicht, sich bis zu fast hundert Metern um die Station zu bewegen.

Science Globebox

Mit an Bord der Endeavour ist eine in Deutschland von der europäischen Raumfahrtfirma Astrium gebaute Forschungsanlage. Die Microgravity Science Globebox (MSG) soll zehn Jahre in der Raumstation bleiben und für zahlreiche physikalische, biowissenschaftliche und medizinische Experimenten genutzt werden. Dabei handelt es sich um eine hermetisch versiegelte Box, in die die Astronauten durch integrierte Handschuhe greifen können, ohne direkt mit den darin enthaltenen Flüssigkeiten, Dämpfen, Flammen und Partikeln in Berührung zu kommen. Die Experimente können aber auch von der Erde aus ferngesteuert werden. Für die ISS wird das Unternehmen auch das Großlabor Columbus liefern, den wichtigsten europäischen Beitrag zur Raumstation. (APA)

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