Vatikan distanziert sich von Vorstoß baskischer Bischöfe

6. Juni 2002, 06:38
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Hohe Kirchenvertreter hatten sich gegen ein Verbot der Separatistenpartei Batasuna ausgesprochen

Madrid - Im Streit um ein mögliches Verbot der baskischen Separatistenpartei Batasuna (Einheit) ist der Vatikan auf Distanz zu den Bischöfen im spanischen Baskenland gegangen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, das der Repräsentant des Papstes in Madrid, Manuel Monteiro, am Mittwochabend mit dem spanischen Außenminister Josep Pique führte.

Hirtenbrief

Die Bischöfe im Baskenland hatten sich in einem Hirtenbrief gegen ein Verbot der Partei ausgesprochen, weil sie dadurch neue Spannungen innerhalb der baskischen Bevölkerung befürchteten. Die spanische Regierung erhob daraufhin einen offiziellen Protest beim Vatikan. Wie das Außenministerium mitteilte, räumte der Nuntius (Gesandte) des Vatikans nun gegenüber Pique ein, dass der Vorstoß der Bischöfe "unangebracht" gewesen sei.

Regierung will Separatistenpartei verbieten lassen

Spaniens konservative Regierung von Ministerpräsident Jose Maria Aznar will die Separatistenpartei mit einem neuen Parteiengesetz verbieten lassen, das am Dienstag mit großer Mehrheit vom Parlament verabschiedet wurde. Batasuna steht den Terroristen von der baskischen Untergrundorganisation ETA nahe. Nach dem neuen Gesetz können Parteien verboten werden, die Terroristen unterstützen.

Die baskischen Bischöfe hatten mit ihrer Warnung vor einem Verbot der Partei die Unterstützung der autonomen Regierung des Baskenlands erhalten. Der baskische Regierungschef Juan Jose Ibarretxe erklärte, die Kirchenführer hätten nur das gesagt, was die Mehrheit der Basken dächten. (APA)

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