Wo sich der Geldhahn öffnet

5. Juni 2002, 19:52
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Fünf große heimische Projekte - vom Bereich Leuchtdioden über ägyptische "Kulturhandbücher" - können mithilfe des Wissenschaftsfonds verlängert werden

Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung ist der Wissenschaftsfonds FWF, der Forschern und Forscherinnen für die angelaufene Förderperiode 12,7 Mio. Euro in Aussicht stellen kann. Denn nach einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung werden fünf Großforschungsvorhaben verlängert. Etwa im Spezialforschungsbereich "Elektroaktive Stoffe" entwickeln Forscher der TU Graz neue organische und anorganische Funktionsmaterialien mit elektrischen, elektrochemischen oder optoelektronischen Eigenschaften.

Die neuen Erkenntnisse werden hier verschiedentlich umgewandelt. Etwa in organische Leuchtdioden, mit denen man dünnste und sogar flexible Displays mit hoher Leuchtkraft herstellen kann. Oder organische Laser, Elektroden und Membranen für kleine Batterien und Brennstoffzellen mit extrem hoher Energiedichte oder Sensoren für die analytische Bestimmung von Gasen bei hohem Druck und hoher Temperatur.

Geheimnis Pyramiden

Ein paar Euro mehr erhält nun auch eines der umfangreichsten Forschungsvorhaben Österreichs auf dem geisteswissenschaftlichen Gebiet. Beheimatet an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist diese Forschergruppe daran interessiert, die regional bis zu 150 Jahre divergierenden Chronologien des östlichen Mittelmeerraumes zu harmonisieren, um für das zweite Jahrtausend wissenschaftliche Grundlagen für die Geschichtsforschung zu schaffen. Es entstehen grundlegende Handbücher über die Entwicklung der Typologie der materiellen Kultur des antiken Ägypten und der Levante. Das vierte Großprojekt ist auf dem Gebiet der Quantenmechanik angesiedelt und hat die Kontrolle und die Messung von Quantensystemen zum Inhalt. Das soll zu neuen Zukunftstechnologien führen, die eine Revolutionierung der Technik versprechen. Zur Ausschöpfung dieses Innovationspotenzials kooperieren in der Quantenphysik international führende Forschungsgruppen an den Universitäten von Innsbruck und Wien und am Atominstitut der österreichischen Universitäten. Computergestützte theoretische Materialforschung erhält ebenfalls eine starke "Finanz-Schulter". Das wird im Endeffekt die Herstellung von Hightech-Werkstoffen wie Halbleiter für die Mikroelektronik, dünne magnetische Vielfachschichten für Informationsspeicher und Hochleistungslegierungen im Flugzeugbau und die Entgiftung von Verbrennungsabgasen in Drei-Weg-Katalysatoren positiv beeinflussen. (Dodo Kresse/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 6. 2002)

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