Verheugen gegen Erweiterungsskepsis

5. Juni 2002, 19:36
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Stunde der Wahrheit im Herbst

In die Offensive ging am Mittwoch der für die Erweiterung zuständige EU-Kommissar Günter Verheugen. Vehement und wortgewaltig verteidigte er das größte diplomatische Projekt seit 1945. Verheugen versuchte die zunehmende Erweiterungsskepsis, die nicht zuletzt eine Folge der Monitoringberichte über die Beitrittsfitness der Kandidatenländer ist, einzudämmen. Der Kommissar bestätigte, dass das Monitoring auch nach dem Beitritt neuer Mitglieder fortgesetzt werden soll (DER STANDARD berichtete).

Laut Verheugen verfügen die Kandidatenländer über ausreichende Verwaltungskapazität für die EU-Mitgliedschaft. Bei den Verhandlungen liege man im Zeitplan. Ende des Monats könnte man "so gut wie alle" technischen Verhandlungskapitel abschließen. "Die Stunde der Wahrheit" werde aber beim EU-Gipfel Mitte Oktober kommen. Erst dann könne man sagen, welche Kandidatenländer für den Beitritt 2004 bereit sind.

Ratlos hingegen ist der Kommissar, falls die Iren ein zweites Mal die Ratifizierung des Nizza-Vertrags, eines wesentlichen Bausteins für die Erweiterung, ablehnen. Verheugen: "Das wäre ein sehr großes Problem. Darauf habe ich dann keine Antwort." (DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2002)

Katharina Krawagna-Pfeifer aus Brüssel

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