Streit OSZE-Minsk

5. Juni 2002, 19:23
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Weißrussland wirft OSZE-Diplomaten hinaus

Wien/Minsk - An Alexander Lukaschenko beißt sich die OSZE die Zähne aus: In einem seit Jänner dieses Jahres dauernden Visa-Streit ließ der weißrussische Staatschef nacheinander vier Leiter der OSZE-Mission in der Hauptstadt Minsk ausweisen oder verweigerte gleich die Akkreditierung. Die fünfte Diplomatin, die US-Amerikanerin Maeghan Fitzgerald, packte selbst die Koffer und traf am Mittwoch in Wien ein - zu Konsultationen, heißt es am Sitz der OSZE.

Hintergrund der Ausweisungen ist der Unmut des autokratisch regierenden Lukaschenko an der Beobachtermission der OSZE in Weißrussland. Seit seiner Wiederwahl im September 2001 bekommt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Lukaschenkos Abneigung zu spüren: Der Leiter der Mission, Hans-Georg Wieck, durfte im Jänner nicht mehr einreisen, sein Stellvertreter Michel Rivollier wurde im April ausgewiesen, der neue Leiter, Eberhard Heyken, gar nicht erst akzeptiert, der Brite Andrew Carpenter musste vergangenen Montag abreisen. Minsk wirft ihnen Spionage und Kontakte zur Opposition vor. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2002)

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