Großbritannien ruft seine Staatsbürger aus Indien und Pakistan zurück

5. Juni 2002, 19:09
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Auch USA verschärfen Warnung - US-Außenminister Rumsfeld ref Amtskollegen Hoon

London/Washington - Wegen des Kaschmir-Konflikts hat die britische Regierung hat am Mittwoch ihre Bürger aufgefordert, Pakistan und Indien zu verlassen. Außenminister Jack Straw veröffentlichte die verschärfte Warnung, nachdem Pakistan zurückhaltend auf einen Vorschlag Indiens zu gemeinsamen Grenzpatrouillen entlang der Waffenstillstandslinie in Kaschmir reagiert hatte. Erst kürzlich hatte Straw die britischen Staatsbürger aufgefordert, ein Verlassen der beiden Staaten zu "erwägen", am Mittwoch hieß es jedoch in einer Erklärung, sie "sollten" dies jetzt tun. Auch die USA verschärften ihre Warnung an die Bürger, die beiden Länder zu verlassen.

"Amerikaner in Pakistan werden dringend aufgefordert, das Land zu verlassen", heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Washington. Bereits am 24. Mai waren die Bürgern aufgefordert worden, von Reisen nach Pakistan abzusehen. Auch die Warnung zu Indien wurde um das "dringende Aufforderung" verschärft. Begründet wird die Maßnahme wie folgt: "Die Spannungen haben eine ernste Höhe erreicht, und das Risiko intensiverer militärischer Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan kann nicht ausgeschlossen werden."

"Ich bleibe bei der Ansicht, dass ein Krieg zwischen Indien und Pakistan nicht unausweichlich ist, und mit unseren internationalen Partnern werden wir weiterhin alles tun, um eine Krise zu verhindern", heißt es in der Erklärung von Straw. Er habe sich aber "gemäß meiner Pflicht, mich für britische Bürger zu kümmern und angesichts der andauernden Spannungen zwischen den beiden Staaten" entschieden, die Reisewarnung zu verschärfen.

Zuvor war US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Mittwoch in London mit seinem britischen Amtskollegen Geoff Hoon zusammengetroffen. Straw berichtete auch von Telefonaten mit seinem amerikanischen Amtskollegen Colin Powell und dem japanischen Außenminister Yoriko Kawaguchi über die Kaschmir-Krise.

Nach Schätzungen des britischen Außenamts befinden sich etwa 150 Regierungsbeamte in Indien, dazu kommen 200 Angehörige. Insgesamt sollen Schätzungen zufolge etwa 20.000 Briten in Indien leben. Tausende Touristen besuchen das Land, vor allem den Stran von Goa. Am 23. Mai hatte die Regierung in London die Bürger aufgerufen, nur notwendigste Reisen nach Pakistan zu unternehmen. Dort ansässige Briten sollten ein Verlassen des Landes in Erwägung ziehen. In der Vorwoche hatte Straw die Warnung verschärft, indem er von allen Reisen nach Pakistan abriet. Offiziell halten sich etwa 700 Briten in Pakistan auf. (APA/AP/Reuters)

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