"Kunst-Fuß" lässt sich von Auto anfahren

5. Juni 2002, 16:06
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Forscher analysieren den Ablauf eines typischen Fußgänger-Unfalls mit einem Dummy

Freiburg - Forscher am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (EMI) haben einen Bein-Dummy entwickelt, um so die Verletzungsgefahr von Fußgängern an Fahrzeugfronten zu untersuchen. Nach wie vor führen Knieverletzungen und Schienbeinbrüche bei Fußgängern die Unfallstatistik an. Bei dem technischen Pendant der menschlichen Extremität verpackten die Forscher ein Metallgelenk mit Ober- und Unterschenkel in Kunststoff und Neopren.

Das EMI untersucht auf wissenschaftlicher Basis, was bei einem Aufeinanderprall von Mensch und Maschine passiert. "Es wird ein Unfallhergang simuliert, indem das so genannte Technobein auf Fahrzeugfronten knallt. Im Moment des Aufpralls erfassen die Sensoren zeitlich aufgelöst mehrere Messgrößen. Neben der Bremsbeschleunigung des Beins sind der Knickwinkel und Scherversatz des Kniegelenks wichtig, denn sie bestimmen maßgeblich den Zerstörungsgrad eines realen Beins", erklärte Jürgen Herrmann, der das Projekt zum Fußgängerschutz leitet.

Materialien und Abmessungen gehen auf Vorschläge der EEVC zurück. In dieser Stiftung untersuchen Industrieunternehmen und Schweizer Forschungsinstitute die Mechanik von Unfällen. Ziel des EMI ist es vor allem, den EEVC-Normvorschlag zu erweitern, indem das Technobein noch umfassendere Daten liefert. Auch die Fahrzeugfront kann mit weiteren Messwertgebern ausgestattet werden. Noch sei es aber zu früh, dass Autohersteller an die Institutstür klopfen. (pte)

  • Artikelbild
    foto: emi
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