Arbeitslose in der Archäologie beschäftigt

5. Juni 2002, 16:00
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Graz - Neue Wege in der Beschäftigungspolitik geht man in der Steiermark: Arbeitssuchende, vor allem jene, die bereits seit längerem arbeitslos sind, werden seit dem Vorjahr auch bei archäologischen Arbeiten eingesetzt. Für 56 Arbeitslose gelang es auf diese Weise, einen neuen Jobeinstieg zu schaffen. Große Erwartungen hängen auch an den derzeit laufenden Ausgrabungen am Karmeliterplatz und im Grazer Pfauengarten.

Das Beschäftigungsprojekt nennt sich "Archäologieland Steiermark" und ist eine Initiative des Arbeitsmarktservice (AMS), des Landes und der Stadt Graz. Eine Million Euro stehen dafür zur Verfügung. Projektleiter Michael Kempf sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, dass man mit der Initiative gleichsam zwei Ziele verfolge: Der Wissenschaft und Kultur zu helfen, aber auch schwer vermittelbare Arbeitskräfte wieder" fit" zu machen. Auf dem so genannten "zweiten Arbeitsmarkt", der durch das Projekt entstanden ist, arbeiten hauptsächlich Menschen über 50, Frauen und Behinderte.

Stolz ist man auf die bisherigen Erfolge: Im Rahmen der Umbauarbeiten auf dem Grazer Hauptplatz wurden bereits im vergangenen Sommer Reste mittelalterlicher Gebäude gefunden. Die bisherigen Ergebnisse der Ausgrabungen sind von großer Bedeutung für die Erforschung der Grazer Stadtgeschichte. Seit Mitte Februar werden die Grabungen vom "Archäologieland Steiermark" fortgesetzt. Im Zuge der Errichtung einer Tiefgarage im Bereich Karmeliterplatz und Pfauengarten erwarten sich die Forscher vor allem Aufschlüsse über urnenfelderzeitliche Bestattungen und Aufschüttungen aus der frühen Neuzeit.

In der Weststeiermark wurden die im Vorjahr begonnenen Ausgrabungsprojekte wieder aufgenommen. 28 Arbeitsplätze gibt es in zwei Gemeinden: In Großklein geht es um die Erneuerung und Ausweitung des archäologischen Wanderweges, der an zahlreichen hallstattzeitlichen Hügelgräbern vorbeiführt. Noch heuer sollen die Ausgrabungen an einer römischen Villa in Groß St. Florian abgeschlossen werden. Die Grabungskampagne 2002 soll im Bereich des vermuteten Innenhofes der Villa durchgeführt werden und zur Klärung des Grundrisses beitragen. (APA)

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