ÖVP-Tour: Erste Station Steiermark

5. Juni 2002, 16:18
1 Posting

Schüssel bei Landeshauptfrau Klasnic: "Kämpfen mit allen Mitteln um Betriebs- neuansiedelungen"

Hartberg - Zum Auftakt des Steiermark-Tags der ÖVP-Regierungsmitglieder in den kommenden Tagen besuchte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Mittwoch vor allem Sicherheits- und Gesundheitseinrichtungen. Schüssel meinte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, dass es hier vor allem zwei Themen gebe. Dies sei einerseits Gesundheit und Vorsorge und andererseits Sicherheit - Sicherheit für Arbeitsplätze. Klasnic meinte, in punkto Gesundheit habe die Steiermark bereits zwei Programme, nämlich "Kinderleben" und "Gesunde Gemeinden". Schüssel richtete sich an jene Arbeitnehmer, die in den vergangenen Monaten ihren Job durch diverse Firmenpleiten bzw. Absiedelungen verloren hatten: "Wir kämpfen mit allen Mitteln für Betriebsneuansiedelungen."

Motto: Zuhören und Informieren

Der Bundeskanzler erklärte im Ökopark von Hartberg am Mittwoch, das Motto der Österreich-Tage sei Zuhören und Informieren. Umfragen hätten ergeben, dass die erste Sorge der Österreicher jene um den Job sei. An zweiter Stelle stünden die Sicherheit der Renten und Pensionen, knapp gefolgt von der Sicherung einer guten medizinischen Versorgung. Man müsse sich vor Augen halten, dass es in Österreich medizinische Spitzenleistungen zu relativ moderaten Kosten gebe. Auch die Qualität sei international anerkannt Spitze, meinte der Kanzler. Auch der Pflegebereich wachse, und wenn man dies klug organisiere, könnte man hier einen Jobboom auslösen. Schüssel meinte, dass auf Grund der Verschiebung der demografischen Gewichte 80 Prozent der Gesamtkosten an medizinischen Behandlungen für Menschen in den letzten Lebensjahren ausgegeben würden. Hier wolle man sich positionieren, so Schüssel, "als Partei der Mitte sind wir gefordert, kluge, finanzierbare Lösungen anzubieten", so der Kanzler nach der Besichtigung des LKH Hartberg.

Gesundheit

Medizinische Leistungen abzusichern und ein Umfeld zu schaffen, dass nicht krank mache, dies sei die Herausforderung, so der Kanzler. Man müsse auch eine Verhaltensänderung fordern und zwar weg von der Konsum- zur Verantwortungsgesellschaft. Lob gab es in diesem Zusammenhang für die steirische Krankenanstaltenfinanzierungsgesellschaft KAGES: "Hier wurden rund 1.000 ganz- oder teilbehinderte Menschen eingestellt, das ist vorbildhaft für die Privatwirtschaft."

Schüssel hatte auch eine Botschaft an jene steirischen Arbeitnehmer im Gepäck, deren Arbeitsplatz in der jüngsten Vergangenheit abhanden gekommen sei bzw. wackle: "Wir haben nicht erst gewartet, bis die Krise eingetreten ist, wir haben vorgebaut. 1,5 Mrd. Euro seien für Infrastrukturmaßnahmen und steuerliche Impulse vorgesehen." Im Bezug auf das zu schließende Philips Werk in Lebring meinte Schüssel, man habe ein deutsches High-Tech-Unternehmen angesiedelt, das 120 Jobs bringen werde. Der Kanzler meinte, dass die Trendumkehr am Arbeitsmarkt und in der Konjunktur da sei. Man habe derzeit österreichweit 5.000 Jobs über dem Stand des Vorjahres. Die Konjunktur beginne zu laufen, so Schüssel. Er hoffe speziell für die Steiermark "auf einen neuen Gründerrekord, noch besser als im Vorjahr".

Steierobst

Am Abend wird Kanzler Schüssel in Begleitung von Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat und Klasnic das Friaulaner Weinfest am Grazer Franziskanerplatz besuchen, zuvor gibt es noch einen Besuch in Gleisdorf bei der Firma Steirerobst. Den Abschluss des Steiermark-Tages der VP-Regierungsriege bildet eine Veranstaltung im Grazer "Dom im Berg". (APA)

Share if you care.